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0 Autor: Daniel Matuschke

Apologies, I Have None - London

London

Abrechnung in zehn Akten: Nach diesem Album bleibt Apologies, I Have None eigentlich nur übrig, ihren Punkrock einzupacken und die Stadt zu verlassen.

"I spend all my nights awake/ Stuck in the same place". Dan Bond sieht die Wände auf sich zukommen. Er weiß aber auch, woran es liegt. "I can’t blame problems on the concrete/ Failings on the buildings around me/ So I’ll take it all to the city". Seine Heimatstadt ist für ihn nicht mehr als ein großer Fleck verbrannter Erde. "60 Miles" könnte auch ein gescheiterter Homecoming-Song sein, wenn Bond es schaffen würde, seine Gegenwart hinter sich zu lassen. Sein eigentliches Problem ist also nicht, dass er in "Clapton Pond" Dinge singt wie "I’m not looking for familiarity or routine/ Just a little consistency", sondern dass er dabei eher Touché Amorés Jeremy Bolm als John K. Samson ist. Die Musik drum herum wiegt genauso viel wie der Weltschmerz von Bond, das Schlagzeug hält alles fest, bis die Gitarren den Song an seinem Höhepunkt aufreißen und Apologies, I Have None im Chor singen. Am Ende steht Bond trotzdem alleine da und flüstert sich selbst die tröstenden Worte ins Ohr. "London" ist toller Open-Letter-Punkrock, es frustriert aber auch mit seiner Beklommenheit. Bond beschreibt die Stadt, an der er gescheitert ist, und die Dinge, die ihn wie ein Käfig umgeben, so detailliert, dass man sich selbst darin verliert. Fast jeder Song wiederholt am Ende sein Problem, statt daran vorbeizugehen. Apologies, I Have None können das aushalten, sie spielen sich in "The 26" in Bestform, wechseln zwischen trockenen Küchenradio-Gitarren und warmen Rock-Beats, bis Bond seine Ausweglosigkeit ein letztes Mal so flehend formuliert, dass man helfen möchte. "I love yous don’t mean shit right now/ Fuck you, London, I’m out".

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 11.0/12

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