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1 Autor: Matthias Möde

Moon Duo - Circles

Circles
  • VÖ: 28.09.2012
  • Label: Souterrain Transmissions/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 235

Orientalische und psychedelische Schwerelosigkeit in Dauerschleife. Circles hat leider kein Gewicht und driftet deshalb fast in Belanglosigkeit ab.

Moon Duo sind immer noch das Duo aus Wooden-Shijps-Kopf Ripley Johnson und seiner Lebensgefährtin Sanae Yamada. Die beiden klingen auch auf "Circles" noch so, als hätten sie die neun neuen Songs auf dem Mond in schwerelosem Zustand aufgenommen. So ähnlich muss es sich wohl auch angefühlt haben, als das Paar im Winter für einige Zeit in den Rocky Mountains festsaß, so gut wie isoliert von der Zivilisation. Die Abgeschiedenheit hatten sie absichtlich aufgesucht, um neue Songs zu schreiben. Eine Wegsperrung zwang sie allerdings dazu, ihren Aufenthalt zu verlängern. Hat jemand Interpretationsvorschläge für diese nette Anekdote? Es lohnt sich auch nicht wirklich. "Circles" klingt so ähnlich wie sein Vorgänger "Mazes", der erst vor 17 Monaten erschien. Orgel und Fuzz-Gitarre wabern psychedelisch um die Wette, Gitarren-Feedbacks überlappen sich, bis ein mediokres Solo einsetzt. Dann wiederholt sich alles. Jemand singt und wiederholt sich auch dabei oft. Neu, aber nicht innovativ sind die orientalischen Klänge und ein paar Disco-Momente für den Tanz in der Opium-Höhle. Wirklich herausgreifen lässt sich wenig, so eintönig ist die zwar gewollte und anfangs auch angenehme, aber doch schnell langweilende Stimmung. "I Can See" und "Circles" bleiben noch am ehesten im Ohr, ansonsten herrscht Schwerelosigkeit auf dem von Trans Ams Phil Manley produzierten Album. Dessen Titel bewahrheitet sich leider: Moon Duo drehen sich im Kreis. Vielleicht sind zwei Alben, drei EPs und weitere Remixe einfach zu viel in knapp vier Jahren.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 10.0/12

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Kommentare (1)

Avatar von VODA1 VODA1 04.01.2013 | 18:21

Circles ist die konsequente Weiterentwicklung von Mazes. Mit der neuen CD haben sich Moon Duo jedoch auf die hypnotischen Momente, die schon eine wesentliche Stärke von Mazes ausmachten konzentriert. Circles ist für Leute die Velvet Underground, Suicide und die erste Platte der Stooges mochten ein Muss. Für Progrocker oder Hard-Core-Fans ist das nichts.

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