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0 Autor: Dennis Drögemüller

Planks - Funeral Mouth

Funeral Mouth
  • VÖ: 12.10.2012
  • Label: Golden Antenna/Broken Silence
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 236

Düsterer Postmetal für wenn die Tage wieder kürzer werden: Die Mannheimer Band Planks legt mit "Funeral Mouth" ein Album vor, das Black-Metal-Ritt, Hardcore-Brutalität und Doom-Schwere vereint.

Mit der Zeit hat das Trio die Gardinen vor seinem Sound zugezogen, Einflüsse wie Crustcore oder Sludge spielen auf dem dritten Planks-Album nur noch eine kleine Rolle. Stattdessen konzentriert sich die Band auf die dunklen Genres: Nach dem Label-Wechsel von Southern Lord zu Golden Antenna überziehen Planks "Funeral Mouth" noch stärker mit einem Schleier aus Postpunk- und Dark-Wave-Elementen. Das Grundgerüst bleibt dennoch weiterhin ihr martialisch-melancholischer Metal, der sich seine Behäbigkeit und Traurigkeit in Doom-Abgründen und seine Aggressionen bei den Hydra-Head-Bands abgeguckt hat. Für manche Songs wie das Titelstück borgt sich die Band auch vom Black Metal rauschende Gitarren und gehetztes Schlagzeug – das passt ästhetisch gut, eine Black-Metal-Band waren Planks trotzdem nie. Immer wieder gibt es Momente, in denen "Funeral Mouth" kurz runterfährt und Atempausen für cleane Gitarren einschiebt, bevor Metal den Song wieder an sich reißt. Sänger und Gitarrist Ralph klingt bei all dem meistens wie ein heiserer Hardcore-Shouter, der nur gedanklich bei The Cure angekommen ist. Da ist die melodische Zweitstimme von Junius-Gastsänger Joseph E. Martinez in "Scythe Imposter" ebenso eine willkommene Abwechslung, wie die instrumentalen Tracks "Inconsolable" und das Mini-Epos "The Spectre (Black Knives To White Witches)". Davon hätte es ruhig noch mehr geben können. Mit zunehmender Spielzeit fehlen "Funeral Mouth" nämlich solche abweichenden Details, um durchgehend zu fesseln.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.7/12

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