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Minus The Bear - Infinity Overhead

Infinity Overhead
  • VÖ: 05.10.2012
  • Label: Big Scary Monsters/Alive
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 235

Alles, was ihrem letzten Album an Rock fehlte, hauen sie jetzt ohne Rücksicht auf Verluste raus: Die selbstentzauberten Synthie-Prog-Wunderkinder Minus The Bear suchen Anschluss an die eigene Vergangenheit - beachtenswert, aber nicht beachtlich.

Im Nachhinein sind Minus The Bear ins offene Messer gelaufen. Ihr letztes, viertes Album "Omni" (2010) brach vorsätzlich mit der bis dahin beispiellosen Balance aus virtuosem Progrock und verspieltem Synthiepop. Die Band selbst spricht heute von einer Strandhütte, die sie sich da gebaut hat - wogegen ihre besten Alben "Menos El Oso" (2005) und "Planet Of Ice" (2007) eher solide Stadthäuser aus Stein und Beton abgaben. Der Vergleich mag hinken, die Botschaft stimmt: Vielen war "Omni" zu viel Wellness und zu wenig Kante - wer braucht Minus The Bear in der Ausführung Strandhaus, wenn es längst eine Band gibt, die sich nach einem benannt hat und auch unnachahmlich danach klingt. Für "Infinity Overhead" drehen Minus The Bear also die Zeit zurück, so gut es geht. Ihr zuletzt geschasster Stammproduzent Matt Bayles erschien ihnen angesichts von Referenzen wie Isis und Mastodon plötzlich doch wieder als Ideallösung, doch zaubern konnte er auch nicht: Irgendwann nach "Planet Of Ice" haben Minus The Bear ihren Sinn für das Gleichgewicht zwischen intuitiv und verkopft verloren, der die Band aus Seattle jahrelang ausgezeichnet hat. Songs wie "Toskia", "Zeros" und "Cold Company" verspühen zwar den Glanz der früheren Minus The Bear, wirken aber im Vergleich immer noch formelhaft und bemüht. Wo verstecken sich die kühle Eleganz und das elitäre Fortschrittsdenken ihrer Musik von damals? In diesen zehn dennoch guten Songs nur bedingt.

Bewertung: 7/12

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