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0 Autor: Britta Helm

Of Monsters And Men - My Head Is An Animal

My Head Is An Animal

Händchenhalten bis zum Ende. Islands neuestes Lieblingskollektiv choreographiert Eistanz auf den Gletschern.

Sie drehen sich und springen, heben sich gegenseitig in die Luft und fahren Muster, die von oben ganz atemberaubend aussehen müssen. Of Monsters And Men sind die sechs Isländer, von denen seit Monaten alle reden, wenn es um größere Bands, um Island (wie zum Beispiel in visions 211) oder um niedlichen, aber nicht zu niedlichen Indiepop geht. Zwar klingen Nanna Bryndís Hilmarsdóttir und Ragnar Þórhallsson im Duett ungeheuer possierlich nach tollenden Welpenbands à la Team Me, erinnert die folkig poppige Instrumentierung mit Orgel, Akkordeon und Akustikgitarren an Straßenfeger wie Mumford And Sons, aber Of Monsters And Men sind nie nur süß, nie nur Ohrwurm. Wenn sie Tiere besingen (und das tun sie in fast jedem Song), dann sind die nicht besonders nett. "A fox that gains our trust but then breaks it as he walks/ Away from us, away from us." Für jedes Klatschen und Klimpern gibt es düsteres Getrommel, für jeden feierlichen Refrain sparsam instrumentierte Sehnsucht, für jeden grasbewachsenen Hügel ein Körnchen Vulkanasche im Auge. Das entschuldigend schöne "Love Love Love" singt Hilmarsdóttir alleine mit heiserer Stimme. "You love, love, love when you know I can’t love you." "My Head Is An Animal" ist eher ein Seefahreralbum als eins für die Picknickparty, eins, das einen an die Hand nimmt, um nicht ganz alleine durchs Unheil zu schippern. "I met a man today and he smiled back at me/ Now there are thoughts like these that keep me on my feet." Positiver werden die nicht, müssen und sollen sie auch gar nicht, zu viel Übermut hielte ja niemand aus.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 9.1/12

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