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0 Autor: Britta Helm

Silversun Pickups - Neck Of The Woods

Neck Of The Woods

Es fröstelt so unterm Drumcomputer. Die 90er-Band der 00er Jahre hat die Fusseldecken gelüftet und sucht nach neuen tröstlichen Freunden.

Auf "Swoon" war vor zwei Jahren alles noch so leicht, auf "Carnavas" zwei Jahre davor sowieso: Wunderschöne Soundexplosionen, durch die sich Schlagzeug und Dröhngitarren kämpften und immer gewannen. Brian Aubert, dessen fantastisch übermenschliche Stimme irgendwo mittendrin steckte und sich um seine leidenschaftlichen Melodien trotzdem gar keine Sorgen machen musste. Irgendwo zwinkerte und funkelte es immer. "Neck Of The Woods" nimmt nun diese ganzen guten Smashing-Pumpkins-Anleihen und fährt mit ihnen ins Holzhaus am Rande des Wohngebiets. Von außen sieht das immer noch warm und einladend aus, und die oldschooligeren der elf Songs haben gar nicht so viel von ihrem hochkrachigen Charme eingebüßt. Es gibt aber auch die, die mit der Stille um sie herum, mit der Einsamkeit am Waldrand und der ganzen Reizunterflutung nicht so gut klarkommen. Sie klingen dann etwa, als habe Claudio Sanchez von Coheed And Cambria einen alten Blink-182-Song eingesungen ("Make Believe"), wie ein Dancehit am Boden eines Feuerwerks (Bloody Mary ("Nerve Endings")) oder wie ein alter Mexikaner mit Akustikgitarre und Drumcomputer ("Busy Bees"). Wobei die programmierten Beats kein Experiment sind, sondern eben Programm, an dem sich eine von nichts Bestimmtem gegruselte Band in der Kühle festhält. Das ist überraschenderweise gar nicht immer so schlecht wie es jetzt klingt, auch wenn es den merkwürdigen Nebeneffekt hat, dass Auberts Stimme ohne Lärmpuffer klingt, als hätte er schwarze Haare und Angst vor der Zukunft. Liebe aber für die Songtiteln mit Klammern, das machen ja viel zu wenige noch ernsthaft.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.0/12

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