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0 Autor: Martin Iordanidis

3 Inches Of Blood - Long Live Heavy Metal

Long Live Heavy Metal

Berechenbarkeit ist das True-Metal-Kerngeschäft. Die Überraschungen auf "Long Live Heavy Metal" sind zum Glück origineller als der Albumtitel, aber an einer Hand abzuzählen.

Standesgemäßer kann man ein traditionsbewusstes Metal-Album nicht eröffnen. Mit dudeligem Gitarren-Intro schmeißt sich der Opener von "Long Live Heavy Metal" an die Ernsthaftigkeit einer Sinfonie heran, als gelte es die Nietenarmbänder von Cam Pipes zu retuschieren. Aber die sind nun mal da – genauso wie die markigen Sprüche über "Metal Woman", die tapferen Rittern ihre Kokosnüsse durcheinander bringt. Nein, so wird das nichts mit dem Ork-Abmurksen, wie 3 Inches Of Blood es wohl in "My Sword Will Not Sleep" besingen. Ohnehin ist das Leben für diese Band ein hartes. In "Leather Lord" gehen die Pferdestärken mit Schlagzeuger Ash Pearson durch, womit er seinen Trupp schon etwas von den historischen Bezügen entfernt: Thrash Metal – Tempi kamen schließlich erst fünf Jahre nach der 3-Inches-Of-Blood-Zeitrechnung ins Spiel. Überraschungsei zwei heißt "Chief And The Blade": Neben der akustischen Gitarre flötet es ein wenig, und die Percussion ist auf einer Handtrommel am Lagerfeuer reproduzierbar. Bevor das frisch erlegte Wildschwein anbrennt, geben 3 Inches Of Blood mit "Dark Messenger" und "Look Out" wieder Vollgas, um irgendwann Rob Halford auf seiner Harley Davidson einzuholen. "Men Of Fortune" distanziert sich nur mit Hilfe einer Hammond-Orgel von Manowars Lebenswerk, und die etwas anderen Momente im True-Metal-Blockhüttendorf sind damit gezählt. Immer wieder faszinierend, wie reuelos und gekonnt diese Retro-Spezialisten den abgehangenen Heavy Metals restaurieren. Danach versteht man, warum Menschen Freiluftmuseen besuchen.

Bewertung: 7/12

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