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0 Autor: Martin Iordanidis

Unearth - Darkness In the Light

Darkness In the Light

Schweden-Death und Iron-Maiden-Leadgitarren werden in Massachusetts am Fließband verbaut. Nur will aus der Serienproduktion einfach keine Edel-Limousine werden.

Wir müssen mal über den Metalcore aus dem US-Nordosten reden. Da produziert sich mit dem Protagonisten Adam Dutkiewicz ein talentierter Tausendsassa um Leib und Leben und haut im Quartalstakt ordentlich klingende Metalcore-Alben aus dem Studio. Unearth haben das Massachusetts-Ding mit gestartet, sie zählen spielerisch zu den Besten ihres Fachs. Gute Startposition für einen spannenden Brocken harter Musik, sollte man meinen. Tatsächlich zeigt diese Konstellation, wie unendlich seelenlos Metalcore inzwischen sein kann. Das Sologewichse in Arise The War Cry ist technisch kongenial, aber letztlich ein Egotrip, der keinen Song heranwachsen lässt. Equinox ist ein starkes Argument dafür, ein Instrumental einfach mal für sich stehen zu lassen, statt es mit Hate-Vocals zu verhunzen. Wer Trevor Phipps’ doofe Grunts bis Last Wish unbeschadet ertragen hat, der merkt, was man an dem Laut/Leise-Ritual anderer Metalcore-Sänger doch hat. Monotone Vocals mögen ein Trademark dieses Genres, vielleicht auch von Unearth im Speziellen sein. Die Iron-Maiden-beinflussten Doppelgitarren – nur hier hat der Verweis nach Old England Berechtigung – enden niedergeschrieen wie die Dichtung unter Diktatoren. Darkness In The Light leidet unter den gleichen Symptomen wie zahllose andere Metalcore-Patienten. Sie wollen alles auf einmal und zwar sofort - krasse Härte, infantile Melodien, dazu ein bisschen Rock’n’Roll. Es wird Zeiten geben, da werden Maschinen diesen Metal nach Baukastenprinzip komponieren können. Oder ist es schon so weit?

Bewertung: 4/12
Leserbewertung: 8.0/12

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