Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Katharina Lerch

Morning Parade - Morning Parade

Morning Parade

Mit ihrem unbetitelten Debüt wollen Morning Parade so richtig durchstarten. Leider hört man das dem Poprock der Band aus Essex manchmal zu sehr an. Der Produzent hat sich jedenfalls Mühe gegeben.

Das merkt man am etwas überproduzierten Gesamtsound von "Morning Parade"; Rock ist das nicht mehr. Eher Pop, der Rock-Elemente einfließen lässt, dazu etwas Elektronik, weil das modern ist, und ab ins Radio damit. Dabei sind die elf Songs auf der Platte gar nicht schlecht. Schöne Melodien sind dabei, vor allem in "Carousel". Mitunter können die Schwächen der Songs dadurch kaschiert werden: allzu viele Synthie-Sounds und immer gleiche Songaufbauten, die in den Strophen die Lautstärke runterschrauben und zum Refrain mit Crash-Becken und Hall auf allen Instrumenten alles geben. Spätestens dann merkt auch der unbedarfteste Hörer: Achtung, jetzt wird es atmosphärisch. Klar, die Labelmates Coldplay machen das auch. Aber die machen es eleganter, weshalb Morning Parade solchen Vergleichen im Moment noch nicht standhalten können. Dafür erinnern sie an Placebo zu deren Besserverdiener-Zeiten, was auch am etwas nasalen Gesang liegt. Es schleicht sich allerdings der Eindruck ein, dass hier nach vielen bekannten Erfolgsrezepten – Liebe, Echo, Kuschelrock – ein Konzept zusammengestellt wurde, in dem sich Morning Parade allerdings noch nicht mit voller Selbstsicherheit bewegen. Aufgehen könnte der Plan trotzdem, der Song "Under The Stars" lief sogar schon irgendwo im Hintergrund im Film "The Vampire Diaries". Sicher nicht ohne Grund – Vampirfilmgucker werden Morning Parade nämlich lieben. Alle anderen sollten vorerst in Abwartestellung verharren.

Bewertung: 5/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.