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0 Autor: Stefan Layh

Lostprophets - Weapons

Weapons

Ob die Lostprophets vom gefallsüchtigen Hochglanz-Core zurück zu alter Klasse finden? Die Hoffnung stirbt zuerst: "E-oh, e-oh/ La la la, La la la.“

Textsicher wie Lady Gaga eröffnen die Lostprophets "Weapons" und beweisen, was zu befürchten war: Von "Start Something" zum gefühlten "End Everything" in vier Alben. Vielleicht hört ja Prinz Charles genauer hin, wenn die ersten "Weapons"-Singles aus dem Radio plätschern. Den kannte die Band nur aus dem Fernsehen, als sie 2004 mit dem starken "Start Something" und Emo-Metal-Trümpfen wie "We’re Godzilla, You’re Japan" oder dem zwingenden "Last Train Home" punktete. Kommerzielle Erfolge stellten das Leben der Lostprophets auf den Kopf– und ihre Musik mit, auch wenn sie vorerst gut blieb. 2010 spielte die Band in der walisischen Heimat zum Auftakt des Ryder Cup für die Golf-Spießer um Tiger Woods, stand mit Catherine Zeta-Jones auf der Bühne, plauderte mit Thronfolger Charles über Tätowierungen. Willkommen im Land des Regenbogens und der passenden Presse. Statt flammende Melodien zu spucken, wedeln die Lostprophets heute mit Wunderkerzen. "Weapons" treibt auf die Spitze, was diese Band nun schon zu lange ausmacht: harmlose Penetranz zwischen Quasi-Rock und Pseudo-Core, flache Floskeln für die Fantribüne und schablonenhafte Songs ohne Gesichtsfarbe. So klebrig wie "Heart On Loan", "You And Me" oder "A Little Reminder" muss sich der scheckheftgepflegte Scheitel von Sänger Ian Watkins anfühlen, bevor der Haarlack trocken ist. Radio-Rotation, Bad-Hair-Days, Kajal im Auge – hier droht alles, nur keine Gefahr. Schon eher, dass Lady Dianas Ex die Lostprophets verpflichtet, um mit dem ersten Song "If You Bring A Gun" das Halali zur königlichen Fuchsjagd zu blasen.

Bewertung: 3/12

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