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0 Autor: Frederik Tebbe

Nothington - Borrowed Time

Borrowed Time

Nothington liefern einen weiteren Soundtrack für das "Live your heart and never follow”-Lebensgefühl.

"Wer Hot Water Music auf den Oberarm tätowiert hat, sollte die Wade für Nothington reservieren", schrieb Kollege Nils Klein vor zwei Jahren, um den Sound der Band aus San Francisco stilistisch einzuordnen. Geben wir noch weitere Körperteile für The Gaslight Anthem und Against Me! frei, und fertig ist die Vorstellung zu diesem Vollbart-und-Whiskeyatem-Album. "Borrowed Time" ist die mittlerweile dritte Platte der Band um Quasinamensgeber Jay Northington und schlägt nach wie vor mit voller Wucht in die gleiche Kerbe. Die ist ausstaffiert mit hymnischem Punkrock aus zwei rauen Kehlen, die wissen, wie man sich selbst ins Trommelfell einreibt. Auf "Borrowed Time" geht es um die inneren Konflikte der Tourmaschine Nothington, die geplagt von Fernweh und Heimatlosigkeit dem Hörer trotzdem jederzeit den akustischen Arm um die Schulter legt. Dabei stemmt sie das letzte Bier aus dem Backstageraum in die Luft, um Verse wie "And maybe the world will stop tonight" in die ausklingende Nacht zu schreien, bevor es wieder auf die Straße geht. Leider muss das Album ohne die erstaunliche Hitdichte des Vorgängers "Roads, Bridges And Ruins" auskommen – dafür präsentieren sich hier sehr homogene 33 Minuten, deren Perlen für sich erschlossen werden wollen und sollten. Den Weg dorthin nimmt man bei einer Band wie Nothington eh gerne auf sich. Schließlich blickt man am Ende des Tages dann doch mit gereckter Faust dem Alltag kampfeslustig in sein graues Auge, schenkt sich noch ein Glas ein und legt den Plattenarm zurück auf Anfang. Wir sind doch alle Eskapisten.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.4/12

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