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0 Autor: Elisabeth Eberhardt

We Have Band - Ternion

Ternion

Dem großen Rave bleiben We Have Band mit ihrer zweiten Platte fern. Ternion feiert nicht mehr den Disco-Funk, der schwitzende, betrunkene Teenager auf die Tanzfläche zieht, sondern versucht sich in Dreampop und Postpunk.

We Have Band haben sich außerdem von psychedelischer Musik beeinflussen lassen und verarbeiten ihr im Grunde immer noch niedliches Pop-Geplänkel diesmal im LoFi-Sound. Die Songs klingen ausgewaschen und zehn Mal ausgewrungen, bis sie nur noch die Überbleibsel einer ehemals intensiven Melancholie erahnen lassen, die "Ternion" geprägt haben soll. Diese klangliche Ausrichtung ist aber keine Kurzschlussreaktion: We Have Band hören sich hier an, als hätten sie sich selbst überdacht und versucht, zu einer weniger trivialen Band zu werden. So zieht es sie zwischen Vertrautheit und hinterhältigen Überraschungen hin und her: Sie spielen ihre Popsongs clever und trotzdem einfach, als hätte man sie schon hundertmal auf Papas Lieblings-Radiosender gehört und müsste sich trotzdem beim 101. Mal fragen, warum sie plötzlich ein klein wenig anders klingen als man sie in Erinnerung hatte. Anders als die windschiefen, durcheinandergeworfenen Synthie-Beats vom Debüt "WHB" ist "Ternion" weniger affektiert, klingt weniger nach gewollter Sofortaufnahme, trotz seines Keller-der-Eltern-Sounds. Die Platte ist gesetzter, reifer und anspruchsvoller, ihre Melodien sind aber auch griffiger. Dieser Eindruck setzt sich in der leicht angeschlagenen Romantik der "Ternion"-Texte fort, die gleichzeitig düster sind und Wärme ausstrahlen. Eine Platte also, mit der es We Have Band geschafft haben, weiter zu wachsen, ohne sich dafür von ihrer Vergangenheit lossagen zu müssen.

Leserbewertung: 7.0/12

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