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0 Autor: Dennis Drögemüller

Craig Finn - Clear Heart Full Eyes

Clear Heart Full Eyes
  • VÖ: 20.01.2012
  • Label: Full Time Hobby/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 226

Auch für sein Solo-Debüt erzählt The-Hold-Steady-Sänger und -Gitarrist Craig Finn wieder lebensweise Geschichten über Liebe, Depression, Jesus und Schnaps. Nur liegen darunter eben Country und Folk statt Classic Rock.

Der Gegensatz, der daraus entsteht, ist dann auch schon der Knackpunkt von "Clear Heart Full Eyes": Eigentlich ist es ganz reizend, wie Finn gleichmütig aus der Perspektive des wissenden Mittelalten Storys erzählt, die vor dem wonnigen Country- beziehungsweise Folkrock-Panorama dann nur noch angenehm melancholisch statt deprimierend klingen. Für den Sound hat der New Yorker Finn spürbar die Hitze im texanischen Austin aufgesogen, wo er das Album während der Sommerpause von The Hold Steady mit lokalen Studiomusikern einspielte. Dennoch hört man, das Stücke wie das tolle, mit Bonmots gespickte "No Future" ihren Ursprung anderswo haben und deswegen im Kern immer mehr nach Yellow Cab als nach Planwagen klingen. "Balcony" oder auch die Single "Honolulu Blues" zumindest machen immer ein klein wenig den Eindruck von Großstädtern, die auf der Ranch zeigen wollen, dass in ihnen auch ein echter Naturbursche steckt. Nichtsdestotrotz bekommen "Jackson" oder "Not Much Left Of Us" durch die allgegenwärtige Slide-Gitarre eine feine Melancholie mit, während Finn unaufgeregt von Glaube und Schmerz erzählt, wie es ähnlich vielleicht auch Bonnie "Prince" Billy tun würde. Während Religion bei jenem beiläufig allgegenwärtig ist, kommt einem Finn mit der "Christus ist mein Erlöser"-Pose von "New Friend Jesus" oder "Wester Pier" religiös ziemlich nahe. Atmosphärisch ist das wertvoll, zum amerikanischen Süden passt es auch. Nur wissen wollte man es nicht unbedingt so genau.

Bewertung: 7/12

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