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0 Autor: Oliver Schröder

Matt Pryor - May Day

May Day

Manche pflanzen Bäume, um Spuren in der Welt zu hinterlassen. Matt Pryor bringt stattdessen Platten raus: als Wegmarkierungen für sich selbst und als biografische Lebensbegleiter für die Hörer.

Die sind mittlerweile nicht nur längst erwachsen, sondern vielfach auch Teilhaber an "May Day". Mindestens seit "Something To Write Home About" wurden The Get Up Kids trotz ungebrochener Songqualität nicht mehr nur bedingungslos geliebt, sondern mussten sich vorhalten lassen, sich einer unangemessen großen Hörerschaft geöffnet zu haben. Das immer wiederkehrende Argument einer am liebsten geschlossenen Szenegesellschaft, die ihre wertvollsten Felle in Richtung Mainstream davonschwimmen sieht. 2012 muss sich Pryor immer noch an vergangenen Großtaten messen lassen. Und das ist schon allein deshalb schwierig, da die alten Songs für viele vor allem kuschelige Erinnerungen an vergangene Zeiten bedeuten. Mit ihrem elektronifizierten Comeback-Album "There Are Rules" aus dem letzten Jahr konnte die Band da nur verlieren. Dann schon eher The New Amsterdams. Oder gleich solo. "May Day" ist wie Pryors Debüt komplett in Eigenregie entstanden. Nachdem "Confidence Man" nur unzureichend vom Label unterstützt wurde, rief er erfolgreich dazu auf, die Veröffentlichung durch eine Spende mitzufinanzieren. So ist "May Day" eine überraschend unsentimentale, aber gefühlvolle Singer/Songwriter-Platte geworden, die Künstler und Fans mehr denn je zusammenführt und auf der Pryor mit "Don’t let the bastards get you down" gleich am Anfang zu einer alten Kampfansage greift, bei der er seinem Frust freien Lauf lassen und seinen Anhängern gleichzeitig freundschaftlich auf die Schulter klopfen kann.

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