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0 Autor: Maik Maerten

City Light Thief - Laviin

Laviin

Wer schreit, hat unrecht, meint der Volksmund. City Light Thief ist das egal, solange sie nur laut genug sind.

Und wann kann man sich überhaupt mal auf den Volksmund verlassen. Der meint ja auch, dass aus Grevenbroich nur halbsenile Journalisten in grauen Trenchcoats kommen und keine Post-Hardcore-Bands. Schief gewickelt, denn City Light Thief stellen die künstlerische Integrität der Stadt in nicht einmal 40 Minuten im Alleigang wieder her. Ein bisschen hysterisch, ein bisschen romantisch und meist vor Anspannung berstend, frickelt sich die Band durch zehn Songs, die irgendwann einmal Punkrock waren. Aber im 21. Jahrhundert ist das ja nicht mehr so einfach. Da müssen Haken geschlagen und Finten gelegt werden, was immer die Gefahr mit sich bringt, dass der Hörer zwischen zwei Breaks oder nach der dritten Kehrtwende innerhalb von einer Minute gelangweilt und/oder verwirrt stiften geht. Auf "Laviin" passiert das nicht, denn City Light Thief legen alle Zweimeterfünfzig Köder aus. Da kulminiert das beim ersten Hören etwas zerschossen wirkende "Golden Roots" in einem wunderbar harmonischen Mitsingrefrain. In "Avalanche vs. Avalanche" funkeln immer wieder ausgefeilte Gitarrenmelodien unter, hinter und über den vertrackten Rhythmen. Der wechselseitige Gesang driftet nie in reines Gebrüll ab, was City Light Thief angenehm von anderen Hardcorebands abhebt. "Black Tongues" lässt zu Beginn sogar den ganz leisen Tönen ein wenig Platz und driftet dann eher in einen schleppenden, schwer stampfenden Blues ab. Von Hardcore bleibt da nur ein kleiner, hämmernder Rest, Genrebezeichnungen verschwimmen in der Überflüssigkeit. Was bleibt, ist laut und Rock. Muss reichen.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.0/12

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