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0 Autor: Daniel Matuschke

Into It. Over It. - Proper

Proper

Der fleißigste Songwriter in Chicago hat sich in den letzten vier Jahren einen Turm aus 69 Songs aufgebaut, nur um sein Debütalbum unübersehbar auf die Spitze zu stellen.

Evan Thomas Weiss ist angekommen. Seit 2007 veröffentlicht er als Into It. Over It. vor allem akustische Split-Alben und Compilations – unter anderem das Mammut-Projekt 52 Weeks, bei dem er ein Jahr lang jede Woche einen Song aufgenommen und auf seine Homepage gestellt hat. Für sein richtiges erstes Album Proper stöpselt er nun den Verstärker ein. „Today, I’m embracing the facts“, stellt gleich das erste Lied klar. Jeder Song dokumentiert einen Teil von Weiss’ Leben in der Großstadt. Das ist schön und schmerzt und inspiriert zu Texten, die man auf Wände, Tische und Arme pinseln will. „Well I heard you had something to say to me/ A stronger spine is all you need.“ Die Gitarre spielt dazu Indierock-Harmonien, die den Punkrock viel zu sehr lieben, um auf der Stelle stehen zu bleiben. In An Evening With Ramsey Beyer, einem Song über die gleichnamige Comic- und Fanzine-Illustratorin, treibt er diese Symbiose auf die Spitze. So hört es sich an, wenn der netteste Songwriter der Stadt seine mit Stickern vollgepappte Akustikgitarre zur Seite stellt und seine Songs mit derselben Dringlichkeit und Nähe in voller Bandbesetzung aufklingen lässt. Und dann sind da doch noch die ruhigen Momente, No Good Before Noon und The Frames That Used To Greet Me, in denen der Sänger in seinem Schlafzimmer auf dem Boden sitzt und so intim und unmittelbar aus seinem Tagebuch vorliest, dass seine Stimme fast daran zerbricht. Wenn Weiss so weitermacht, darf er den letzten Teil seines Bandnamens bald streichen und durch ein leises Ausrufezeichen ersetzen.

Leserbewertung: 8.7/12

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