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0 Autor: Sebastian Harth

Immanu El - In Passage

In Passage

Die letzte Platte trug den Herbst noch im Artwork. In Passage hingegen trägt ihn nur noch im Herzen. Da darf man sich nichts vormachen.

Wer einmal in diesen Mahlstrom aus Melancholie und Sehnsucht gezogen wurde, dringt so schnell nicht mehr zur Wasseroberfläche durch. Aber warum abstrampeln und dagegen ankämpfen? Immanu El versorgen einen mit allem, was man zum Leben unter Wasser braucht, sind sie doch selbst eins mit den großen Ozeanen. Den sicheren Hafen des Postrock fährt die Band immer noch regelmäßig an, trotzdem segeln sie immer weiter hinaus. In Gewässer, die offen genug sind für Arrangements, die sich mal von Horizont zu Horizont erstrecken, mal in den Tiefen eines Wellentals verkriechen. War Moen noch eine zärtliche Annäherung an den Pop, haben sie auf In Passage nun all der unnötige Ballast über Bord geworfen, um den Klang trotz aller Schwere luftig zu halten und das Album zu erden. Selbstverständlich kann auch die ruhigste See aufbrausen und tosen, so wie es Immanu El beispielsweise in Skagerak und To An Ocean geschehen lassen. Erstaunlich ist nur, dass man sich wegen der erfahrenen Männer am Steuer nie in Unsicherheit wähnt. Immerhin hat die Band über die letzten Jahren an einem Projekt mitgearbeitet, in dessen Rahmen ein Segelschiff aus dem 18. Jahrhundert nachgebaut wurde und Gitarrist Per Strängberg daraufhin als Deckhelfer angeheuert. Die erste Passage trug ihn auf den Schultern des Schoners innerhalb von einem Jahr nach China und wieder zurück. In Passage ist dabei mehr als nur der Soundtrack zu den parallel entstandenen Dokumentationen. Es ist der Anker, der einen sicher hält, aber nie zu tief runterzieht.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 10.0/12

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