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0 Autor: Christian Wiensgol

Polar Bear Club - Clash Battle Guilt Pride

Clash Battle Guilt Pride

Mit hemdsärmeligem Arbeitsethos und unaufdringlichen Hymnen bleiben Polar Bear Club die Sympathieträger der Stunde im Posthardcore für Alteingesessene.

Es hat sie ja eh schon fast jeder ins Herz geschlossen, der sich auf Jimmy Eat World und Hot Water Music gleichermaßen einigen kann. Gitarren wie aus den 90ern und eine Reibeisen-Stimme wie aus Gainesville – das Herz also offensichtlich am rechten Fleck. Damit überzeugten schon die ersten beiden Alben auf endlosen Touren. Dass nun im dritten Jahr das dritte Album folgt, passt ins Bild. Werden nicht Abend für Abend mit dem Publikum die Fäuste gereckt, geht es mal kurz ins Studio. Wovon sonst könnte also ein neues Album handeln, wenn nicht vom Tourleben? Von den Menschen mit den hochgerissenen Armen vor den Bühnen in den unbekannten Städten. Von den vermissten und vermissenden Menschen in der immer unbekannter werdenden Heimatstadt. Und von den Menschen in der Band. Die Platte hinter Clash Battle Guilt Pride ist dabei weniger schwerfällig ausgefallen als ihr Name. Polar Bear Club sind immer noch mehr Bauch- als Kopfband. Auch wenn sie mit Songs wie Pawner und Screams In Canvas noch geradliniger und – wenn man so will – massentauglicher geworden sind, erinnern sie zwar an Rise Against, verzichten aber auf deren Aufdringlichkeit. Hier geht es um die vermeintlich kleinen Hymnen, die einen unerwartet Feuer und Flamme werden lassen. Wie My Best Days, dessen Refrain sich in drei Durchläufen von unauffällig zu unvergesslich wandelt. Und hier ist der kleine Haken, den schon der Vorgänger Chasing Hamburg nicht loswurde: Die unvergesslichen Momente sind im Vergleich zum Debüt wieder mal in der Unterzahl.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.2/12

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