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    Atari Teenage Riot
    Is This Hyperreal?

    VÖ: 17.06.2011 | Label: Digital Hardcore/Rough Trade
    Text:
    4 / 12
    Atari Teenage Riot - Is This Hyperreal?

    Manchmal ist das Schreiben einer Rezension harte Arbeit. Dann nämlich, wenn man sich durch Textzeilen wie „Revolution has been activated“ kämpfen muss, während man versucht, das nervtötende Synthie-Geblubber zu ignorieren.

    Im Jahr zwölf nach dem letzten ATR-Album wirkt sehr vieles an der Musik altbacken. Auch die Slogans sind in die Jahre gekommen. An Dümmlichkeit noch etwas reicher, an Durchschlagskraft ärmer. War Alec Empires Soloalbum The Golden Foretaste Of Heaven ein fast schon natürlicher Versuch, am Prozess eines Albums zu wachsen, bedeutet die neuerliche Belästigung im Package mit Nic Endo und CX KiDTRONiK einen Rücksturz in die Hölle. Kann ja sein, dass sich nostalgische Noise-Fans mit einem beseelten „voll extrem“ auf den Lippen diese Platte zigfach aus dem Netz laden werden – relevant macht sie das nicht. Denn seit 1999 hat es diverse Phänomene gegeben, die den konservierten Hass von Atari Teenage Riot rückwärtsgewandt erscheinen lassen. Politik, who cares? Revolution? Hat auch die bürgerliche Mitte für sich entdeckt, siehe Stuttgart 21. Direkte Demokratie? Findet immer mehr übers Internet statt. Und auch „die Herrschenden“ sind immer weniger vorm Zorn des Volkes sicher. Wenn sich Empire also heute hinstellt und allen Ernstes skandiert: „Wir werden zusammen zum Bundestag marschieren. Und wir sagen: Kommen Sie mit erhobenen Händen raus! Sie sind verhaftet!“, dann lässt einen das gehörig zusammenzucken. Bei aller berechtigten Systemkritik: Stammtischniveau muss nicht sein. Den Weg wählen sie dennoch. Konsequent und geradeaus. Auch in dieser Hinsicht haben sie sich nicht geändert. Was bleibt? Eine Zukunft im Vergangenen, vor tanzenden, mitgealterten Fans, die ihre Ansichten teilen.

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