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0 Autor: Dennis Drögemüller

Cavalera Conspiracy - Blunt Force Trauma

Blunt Force Trauma

Seine brasilianischen "Roots" in allen Ehren, aber: Wenn Max Cavalera so richtig drauflos knüppelt, macht das fast genauso viel Spaß wie Buschtrommeln und Stammesgesänge.

An dieser Stelle sollen auch gar nicht die unbestrittenen Meilensteine von Sepultura kleingeredet werden. Aber dass sich Max und Iggor Cavalera nach wiederentflammter Bruderliebe vor zweieinhalb Jahren auch noch für ihre gemeinsame Thrash-Frühphase erwärmen konnten, ist und bleibt ein Glücksfall für den Metal. Deshalb macht es auch nichts, dass "Blunt Force Trauma" im Grunde ein identisch geradlinig hingehacktes Album ist wie sein Vorgänger "Inflikted". Im Gegenteil: Wie Cavalera Conspiracy in kompakten Zwei- bis Dreiminütern streitsüchtigen Thrash-Metal und brutalen Hardcore aufeinanderhetzen, macht einfach ungemein Spaß. In ihren stärksten Momenten können es die Gitarrenleads von Thrasher, Target und Burn Waco in Sachen Aggression glatt mit Slayer aufnehmen. Zwischendurch setzt es immer wieder die Hardcore-typischen Songbremsen, die zum Kopfnicken einladen, in "Lynch Mob" gastiert passend dazu Agnostic-Front-Sänger Roger Miret am Mikrofon. "Killing Inside" und "I Speak Hate" dagegen unterstreichen ihre schöne Urgewalt mit groovigem Melodic Death Metal, und der titelgebende Closer leistet sich ausgewogen je zwei Minuten Geballer und Melodisches – es bleiben trotzdem Brocken, keine Hymnen. Man erkennt viel in all dem wieder, frühe Cavalera-Stationen wie Nailbomb und die "Beneath The Remains"-Sepultura, Klassiker wie Machine Head und Biohazard und auch modernen Synthese-Metal wie Slipknot. Das resultierende Prügel-Panorama dürfte damit genreübergreifend Mosher glücklich machen.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 5.0/12

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