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0 Autor: Britta Helm

The Kills - Blood Pressures

Blood Pressures

The Kills hören ist nach hause kommen. In den Keller der Garage unter der dreckigsten Brücke der Stadt.

Gemütlich haben es sich Jamie Hince und Alison Mosshart da zum vierten Album gemacht, so gemütlich eben, wie schwarze Skinny Jeans werden, wenn man sie neun Jahre nicht von der Haut nimmt. Nach Midnight Boom hat jetzt also Blood Pressures die Hosen an, sitzt damit immer noch auf kaltem Stein, schlägt mit rissigen Händen harte Rhythmen aufs Pflaster, zu denen sich spärlich bekleidete Gitarren räkeln. Der erste Songtitel Future Starts Slow ist eine Lüge, natürlich ist alles augenblicklich wieder da, weil es ja eh am Boden festklebt. Der Unterschied ist höchstens, dass sich die Kills diesmal mehr gehen lassen denn je – wenn das noch geht.

Das Schlagzeug läuft sowieso störrisch voran wie ein verkehrter Esel, da kann der Rest auch mal in neue Arroganzen schweifen. Im kurzen Wild Charms singt Hince wie John Lennon zu seiner ironischsten Zeit, DNA hat doch tatsächlich irgendwo noch eine Treppe nach weiter unten aufgetrieben, Baby Says ist eine klassische Sonntagmorgennummer mit Sonnenstrahlen durch Rollladenritzen und zwei trägen Stimmen auf einer schönen Melodie. Die ganze Woche lang folgt einem aber Last Goodbye auf den Fersen, Mossharts düsterer Walzer mit Klavier und Streichern, ein flüchtiger Geist wie die vom Cover, der einem Steine aufs Herz fallen lässt. „How can I rely on my heart if I break it with my own two hands?“ – und natürlich bricht ihre Stimme genau bei „break“ ein schmerzhaftes Stück. Längst hat sich Blood Pressures zwischen den anderen Garagenhängern eingenistet. Vielleicht bleiben die neuen Freunde ja auch noch ein paar Jahre.

The Kills - "Satellite"

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 9.8/12

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