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The Strokes - Angles

Angles

The Sound of Sinnkrise? Das chronisch verschleppte vierte Strokes-Album ist ihr bishlang schwächstes – und wirkt fast wie das alleinige Brainchild ihres Sängers Julian Casablancas.

Dabei ist das Gegenteil der Fall: Erstmals hat Casablancas auch die anderen Songs schreiben lassen, sich sogar weitgehend rausgehalten und seine Vocals per Post ins Studio geschickt. So unterstreicht "Angles" im Rückblick, dass außer Casablancas’ Solodebüt keines der Strokes-Nebenprojekte nachhaltig Eindruck gemacht hat. Nickel Eye, Little Joy, die Platten von Albert Hammond Jr. – sie alle scheinen nur Alibis gewesen zu sein, um sich noch etwas länger davor zu drücken, endlich wieder mit den Strokes ins Studio zu gehen. Und schon ist ein halbes Jahrzehnt zwischen zwei Alben vergangen. Der Knackpunkt an Angles ist allerdings nicht, dass es paradoxerweise klingt wie das bessere zweite Soloalbum ihres Sängers – eine richtig gute (und richtig konsequente) Synthiepop-Platte mit 80s-Schlagseite hätte man den Strokes wohl abgenommen. Nicht aber ein Album, das wie "Angles" nach drei Songs – "Machu Picchu", "Taken For A Fool", "Life Is Simple In The Moonlight" – sein Pulver verschossen hat und in der verbleibenden Zeit schon mal nach Fingerübung klingt. "Angles" hat weder die Dringlichkeit von "Is This It" noch das Understatement von "Room On Fire" noch die Virtuosität von "First Impressions Of Earth". Und natürlich jammern wir hier auf hohem Niveau: Die Strokes klingen auch zehn Jahre nach ihrem Debüt wie keine zweite Band, und man muss froh sein, dass es sie trotz aller Eitelkeiten und Reibereien immer noch gibt. Dennoch hätte es mehr Spaß gemacht, eine halbe Dekade auf ein besseres Album als "Angles" zu warten. Vielleicht 2016 dann.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 7.2/12

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Kommentare (2)

Avatar von BlackPainted BlackPainted 14.07.2011 | 19:00

"Angles" ist ein Album, dem man schon 2-3 Durchläufe gönnen sollte. Leider zünden die meisten Tracks nicht sofort. Einzig der überraschende Opener "Machu Picchu" sowohl die geniale zweite Single "Taken for a Fool" regen sofort zum Mitsingen und -tanzen an. Ansonsten ist es ein Album in dem sowohl alte Fans der Strokes als auch neue Fans auf ihre Kosten kommen werden.

Avatar von MUSIKBAER MUSIKBAER 14.11.2011 | 15:59

"Angles" ist eine grundsolide Platte, auf der die Strokes beweisen dass Ohrwurm nicht gleich Ohrwurm ist. Wenn man diese Platte mehrmals gehört hat, eröffnen sich durchaus ein paar potentielle Hits.

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