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0 Autor: Markus Hockenbrink

Richard Ashcroft - RPA & The United Nations Of Sound

RPA & The United Nations Of Sound

In Ermangelung denkwürdiger Songs bedröhnt Richard Ashcroft sein Publikum einmal mehr mit zähem Bombast und schlimmen Texten.

Fußballmetaphorik verbietet sich eigentlich im Kontext einer Plattenkritik, aber die Parallelen zwischen englischem Schlachtenbummler und Ashcroft-Fan werden mit der Zeit eben immer auffälliger. Hüben wie drüben liegen die letzten Erfolge nun schon länger zurück, doch die Unausweichlichkeit des bevorstehenden Wiederaufstiegs ist allen Beteiligten offensichtlich sonnenklar. Aus diesem Fehlschluss ergibt sich ein Teufelskreis aus Selbstüberschätzung, Großspurigkeit und Humorlosigkeit, der auf United Nations Of Sound schon fast an Realitätsverlust grenzt. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Ashcroft überhaupt weiß, welches Jahr wir im Moment haben, und seine neue Platte beginnt, wie Oasis ihre Platten zu beenden pflegten: sechs Minuten planloses Orchester-Gebolze und die sinnentleerte aber nachdrückliche Frage Are You Ready? Er selber, lässt Ashcroft wissen, sei sehr wohl bereit. Wofür ist vielleicht gar nicht immer so wichtig. Die philosophischen Erkenntnisse, mit denen er dieser Tage um sich schmeißt, erinnern sowieso vor allem an Dr. Motte: „Love is the law“, zum Beispiel. Oder der Klassiker: „You gotta learn to swim against the tide.“ Wow. „Soul“ hier, „Babylon“ da – Ashcroft ist eindeutig auf dem Level angekommen, auf dem der Popstar zum schummrig erleuchteten Halbgott wird, und da passt dann auch wieder die penetrante Musik. „I don’t regret anything I do“, lässt er den Damen und Herren Ungläubigen vorsichtshalber auch noch ausrichten. Die gute Nachricht: Hiernach ist eigentlich alles ein Comeback.

Bewertung: 3/12

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