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    Television Personalities
    A Memory Is Better Than Nothing

    VÖ: 04.06.2010 | Label: Rocket Girl
    Text:
    7 / 12
    Television Personalities - A Memory Is Better Than Nothing

    Dan Treacy. Junkie, Satiriker, Romantiker, Faulpelz, Genie, Gentleman. Vor allem aber: Überlebender.

    Das ist eine Nachricht für einen Mann, der 1992 eine Platte Closer To God nannte und das ernst meinte. Treacy war zwischendurch total versackt. Lebte auf der Straße, spritzte Heroin aus verdreckten Nadeln. Dass sein Name und der seiner Band zwischendurch immer mal wieder fielen, wenn es darum ging, die wahren Indiehelden der Musikgeschichte aufzuzählen, konnte Treacy nicht zu seinem Vorteil nutzen. In den 90ern spielte er Konzerte vor einer Handvoll Leuten in deutschen Clubs, sah miserabel aus und sang auch so. Wer ihn damals sah, verlor den Glauben an diesen Musiker. Doch Treacy hatte zuletzt Glück. Er traf die richtigen Leute, Menschen, die ihn aus dem Dreck holten, ihm Selbstvertrauen und ein Budget für neue Platten gaben. Und als MGMT ihm auf ihrem zweiten Album den Song For Dan Treacy widmeten und Tausende US-Kids im Internet nachschauten, wer dieser Kerl denn wohl sein mag, bemerkte auch Treacy den Rückenwind. Das neue Album der Television Personalities kommt damit zur rechten Zeit. Die Indiewelt ist neugierig auf diese Songs – und sie wird sich über die naive Romanik von Balladen wie All The Things You Are wundern, über die zu Herzen gehende Selbsterkenntnis eines Stücks wie She’s My Yoko, bei dem Treacy immer wieder traurig singt: „That’s me, that’s Daniel.“ Was der Platte fehlt, sind neben dem Titelstück noch ein paar kompakte, rotzige Postpunk-Hits. Die hat Treacy eigentlich drauf, vielleicht war die Zeit aber noch nicht reif dafür. Kann ja noch kommen, denn mit dem Mann ist wieder zu rechnen.

    weitere Platten

    My Dark Places

    VÖ: 24.02.2006