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0 Autor: Martin Iordanidis

Architects - The Here And Now

The Here And Now

Architects holen die Weltkarte aufs Albumcover. Das verspricht kosmopolitische Sichtweisen und den Blick aufs Ganze – die Welt, die Band, den Patienten Metalcore.

Für Fans von "Hollow Crown" beginnt das vierte Architects-Album mit einer Enttäuschung: Brighton wimpt aus. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Bevor Missverständnisse aufkommen: Noch immer sind Architects eine heftige Metalcore-Band, noch immer spielt die Gruppe aus dem britischen Seebad mit in der ersten Liga. Im direkten Vergleich mit dem brettharten Vorgängeralbum haben Architects sich jedoch von diversen Gütesiegeln extremer Musik getrennt. Gitarren im Lowtune-Modus sind Geschichte, und auch beim Schlagzeugsound wurden mächtig die Pegel beschnitten. Früher haben Architects selbst Blastbeats als pointiertes Stilmittel eingesetzt, das wirkte im Kontext originell und nicht wie eine Anbiederung an Väterchen Death Metal. Holzprügel wie "Numbers Count For Nothing" wird man auf "The Here And Now" vergeblich suchen. "Delete, Rewind" zieht zwar mächtig im Tempo an, bewegt sich, bedingt durch die geschliffene Produktion, viel klaren Gesang und elektronischem Firlefanz aber weg vom Underground-Sound und hin zum Mainstream. Härte definiert sich auf "The Here And Now" vor allem durch die infernalischen Vocals von Sam Carter. In der Single "Day In Day Out" gibt er in dieser Hinsicht alles und kann es mit einem durchtrainierten Hardcore-Shouter wie Lou Koller aufnehmen. Ob die Fans den Architects dagegen kaputte und nicht sonderlich gute Balladen wie" An Open Letter To Myself" und "Heartburn" verzeihen werden, bleibt abzuwarten. Ein Album, über das es sich zu streiten lohnt.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.2/12

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