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2 Autor: Britta Helm

Social Distortion - Hard Times & Nursery Rhymes

Hard Times & Nursery Rhymes

Das nächste Quasi-Comeback, die nächste solide Punkrock-Platte. Wissen wir doch alles schon.

Mike Ness kann sich auf sich verlassen. Er wird sich nie die Haare zu blöden Zöpfen flechten, bricht sich mit fast 50 immer noch Sachen beim Skateboarden und schreibt Social-Distortion-Songs, egal mit wem. Der Albumtitel ist gewohnt instant-legendär, der Mann reimt eine Dreiviertelstunde gekonnt durch und das ist beides ehrlich anerkennend gemeint.

Auf "Hard Times And Nursery Rhymes" geht es darum, Fehler zu machen, Fehler zu erkennen, tätowiert zu sein und Autos zu fahren, jeder Song soll eine Hymne sein. Das Setting ist die richtig große Bühne, hinten links eine Reihe schreiender Soulsängerinnen, gegenüber der abgedrehte Klavierspieler, dazwischen mehrere Gitarristen, die für jeden Akkord einen ganzen Kreis mit dem Arm machen müssen. Jan Delay wäre dafür. Entsprechend lässt der Meister jede Zeile einzeln wirken. Die Songs rocken sehr amerikanisch, haben vom Punk vor allem die Einstellung behalten, jeden Refrain kann man mitsingen, ohne ihn je gehört zu haben.

Ness selbst singt wie nach einer Honigpinselung, nicht unangenehm, aber auch nicht mehr so richtig frech. Mit der Stimme kann er wenig falsch machen. Richtig schlimm sind nur die nachdenklichen Sprechparts. „So I walked out that lonely truck stop/ With my head hangin’ down/ Wonderin’ how in the hell I got myself into this mess.“ Manchmal wirft er vor lauter geplantem Elan am Songende divalike zusammenhanglose Zeilen nach: „Like a diamond in the rough…! Yeah….!“ Spätestens jetzt kommen die Wunderkerzen raus. „And the times have changed my friend/ I’ll be here to the bitter end.“ Ist doch auch völlig okay so.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.0/12

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Kommentare (2)

Avatar von nico-back nico-back 14.01.2011 | 15:24

Das Album ist klasse, 6 Jahre mussten wir warten aber es hat sich gelohnt.
Und wenn wir ehrlich sind, das mit den nachdenklichen Sprechparts ist nicht so schlimm, Mike Ness darf das. Der darf alles!!!

Avatar von eulogy-music eulogy-music 09.02.2011 | 11:24

bei mike ness ist ein gewisses maß an klischee-alarm doch ab werk eingebaut. von daher ist es völlig in ordnung, wenn er sich auf dem neuen album sog. spoken parts erlaubt, der unterschied zu vielen anderen, bei denen das wirklich dumm aufgefallen wäre, ist seine authentizität. ihm das vorzuwerfen, kann eben (achtung klischee) nur einer frau einfallen, denen das zuviel vertonte outlaw/trucker- und testosteron-mentalität ist, ich hab mich beim lesen der zeitschrift schon gefragt, ob man nicht besser einen anderen rezensenten auf hard times... angesetzt hätte und ihr den nächsten indie- pullover- output überlassen hätte. sorry, aber der mike darf das wirklich!

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