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0 Autor: Jan Schwarzkamp

Motörhead - The Wörld Is Yours

The Wörld Is Yours

Das Perpetuum Mobile des Hardrock hat wieder fertig.

Wie muss man sich den Alltag von Motörhead eigentlich vorstellen? Wenn das Trio gerade nicht auf Tour ist, dann sitzt Lemmy Kilmister in seiner Lieblingskneipe Rainbow auf dem Sunset Boulevard im immersonnigen Hollywood und hat Bereitschaft. Die endet dann, wenn ihn jemand anruft und sagt: „Alter, wie müssen die nächste Tour angehen! Nimm mal mit Philip und Mikkey wieder ’ne geile Scheiblette auf.“ Dann lässt sich Lemmy ums Eck ins Studio fahren, und er macht das, was er schon immer, also seit guten 40 Jahren, macht und am besten kann: herbe Rocksongs schreiben.

Wie ein Beamter des Rock’n’Roll: immer sauber abliefern, so wie bei der Lohnsteuer. Weil die Tage für Lemmy im Rainbow auch mal lang werden, hat er nebenher ein paar absurde Skizzen und Bilderwitze auf Servietten gekrickelt. Super, kann man toll für das Booklet verwenden. Dazu kommen Texte voll klarer Aussagen: „Rock’n’roll music is my religion/ I don’t need no miracle vision/ I don’t need no indecision”. Aber Lemmy, das wissen wir doch. Dedicated for life! Das brauchst gerade du wirklich niemandem mehr zu beweisen. Aber hey, mit irgendwas muss man so ein Album ja vollkriegen. Der Haken ist nur, dass The Wörld Is Yours wie ein zahmes Alterswerk erscheint.

Es fehlt der Biss, das Aggressive, das Motörhead immer Richtung Metal gedrängt hat. Doch verwegenes Midtempo muss diesmal reichen. Die Bagage wird ja auch nicht jünger. Songs, die wie Ace Of Spades klingen, hat die Band eh genug im Repertoire. The Wörld Is Yours soll zur Existenzberechtigung genügen. Das tut es allemal. Bei AC/DC funktioniert das dieser Tage ja auch. Sogar besser als je zuvor.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 4.7/12

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