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0 Autor: Matthias Möde

Jimmy Eat World - Invented

Invented
  • VÖ: 24.09.2010
  • Label: Interscope/Universal
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 211

Die Befürchtungen waren mal wieder größer als die Erwartungen. Doch die einstigen Emo-Antreiber Jimmy Eat World versinken auch dieses Mal nicht im schmalzigen Pop-Sumpf.

Invented stand vor seiner Veröffentlichung unter dem gleichen Verdacht, dem vor drei Jahren auch schon Chase This Light ausgesetzt war. Wer 2007 schon voller Sehnsucht an das Emo-Meisterwerk Clarity zurückdachte, der wird erschrecken, liest er den Titel des ersten neuen Tracks: Heart Is Hard To Find.

Die Alarmglocken läuten und werden nach einsetzenden Handclaps kaum leiser. Obendrein wird der von einer Akustikgitarre getragene Song auch noch von Geigen in die Höhe gehoben. Eine ganze Menge Pop- und Emo-Gehalt für den Start. Viel schwerer als das Herz ist auf Invented die Rockmusik zu finden. Die Gitarrenwände in Evidence sind auf Sand gebaut und zerfließen mit dem Refrain zu einer zähen Masse, aus der sich das seichte Movielike formt. Die Kombination aus der zurückliegenden Clarity-Tour und dem Wiedereinstieg von Produzent Mark Trombino kann nur zum Teil halten, was man sich von ihr erhoffte.

Da wäre zum Beispiel Action Needs An Audience, das nicht zuletzt deshalb rauer klingt, weil Tom Linton singt. Stop und der siebenminütige Titeltrack samt sanfter Eruption machen sich bestens im insgesamt ruhigen Invented-Gewässer, einige Songs werden aber auch unbeachtet versinken. So richtig bekommt man die gealterten Herren nicht von der Pop-Anklage-Bank herunter, auf der sie sich gemütlich zurücklehnen. Aber mal ehrlich, wer nicht doch noch einen Funken für die hochtrabenden Songs und Refrains – seien sie noch so poppig – übrig hat, kann Jimmy Eat World von vornherein nicht geliebt haben.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.0/12

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