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0 Autor: Maik Maerten

Fake Problems - Real Ghosts Caught On Tape

Real Ghosts Caught On Tape

Die Gasse zwischen Disco und Kneipe ist keine Gosse mehr. Fake Problems treffen sich dort zum Indierock-Spektakel und lassen die Bierhumpen tanzen.

Mit großer Stilsicherheit schaffen sie dabei den Spagat zwischen Pop und Rock und bringen Hintern zum Wackeln, Füße zum Wippen und Köpfe zum Nicken. Real Ghosts Caught On Tape glänzt mit unwiderstehlichen Rhythmen, hübschen Gitarrenfiguren und dem Herzblut einer engagierten Punkband.

In 5678 glänzt der Rockerschweiß unter den bunten Reflektionen der Discokugel, während die Gitarre in klimpernden Licks über die Tanzfläche hüpft. RSVP packt die große Melodiekeule aus, die Instrumente kuscheln sich alle ganz eng aneinander, bevor die von Walking On Sunshine entliehenen Akkorde in Soulless wieder die Tanzfläche stürmen. Während der langsamen, ruhigeren Momente scheint auf Real Ghosts Caught On Tape immer wieder die Folk-Sonne durch. Songs wie Complaint Dept. lassen sich sparsam instrumentiert auf dem Barhocker nieder. Meist stehen dann Schlagzeug und Bass im Vordergrund, und rhythmisch-perkussive, leicht torkelnde Gitarren unterstreichen die Refrains.

Die Lässigkeit, mit der Fake Problems abwechselnd zum Trinken und zum Tanzen einladen, zieht sich durch die ganze Platte. Ausfälle gibt es keine, auch wenn sich das Grundtempo zum Ende hin deutlich setzt. Und dass sie auch über den simplen Dreiminüter hinaus begeistern kann, beweist die Band kurz vor Schluss im Grand Finale, dass in seiner famosen zweiten Hälfte die Discobesucher endgültig in die Kneipe trägt und so lange rockt, bis alle mitsingen und schließlich zu Ghost To Coast müde, aber glücklich in die aufgehende Sonne eines neuen, schönen Morgens hinausschlurfen.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 9.0/12

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