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Dungen - Skit I Allt

Skit I Allt
  • VÖ: 17.09.2010
  • Label: Subliminal Sounds Broken Silence
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 211

Psychedelischer Folkrock mit zunehmender Jazz- und Easy-Listening-Schlagseite: Das sechste Dungen-Album setzt den Weg des fünften (namens 4) fort.

Insofern ist es wohl eher mit einem Augenzwinkern zu nehmen, dass die Hippies aus den Wäldern um Stockholm ihr neues Album Skit I Allt – „Scheiß auf alles“ – genannt haben. Ein Abgesang auf die bisherigen Inkarnationen der Gruppe Dungen ist es jedenfalls nicht geworden. Vielmehr legt es ihr Art Director Gustav Ejstes auf fließende Übergänge an, seit die Band 2005 mit Ta Det Lugnt eine der besten Psych-Rock-Platten der 00er Jahre aufgenommen hat – ein auch langfristig unergründliches Meisterwerk, an dessen Vollendung zweifellos höhere Mächte mitgewirkt haben. Elfen, Feen, gut gelaunte Waldgeister – so was halt.

Ejstes seinerseits macht unterdessen kein Geheimnis daraus, dass sich seine Prioritäten seither vom Hendrix-inspirierten Jam-Rock in Richtung Blue-Note-Jazz verschoben haben. 2010 dirigiert der Bandchef seine Musiker zumeist vom Klavier statt von der Gitarre aus durch die kauzigen Stücke, die diesmal eher bereit sind, an 60s-Orgeln zu sparen als an verwunschenen Flöten und exotischer Percussion. Wäre da nicht der kongeniale Gitarrist Reine Fiske mit seinem unkontrollierbaren Fuzz-Faible – Dungen hätten die Wandlung hin zu einem eher Rock-resistenten als -affinen Eso-Kollektiv wohl schon durchlaufen. So aber profitiert die Band nach wie vor von ihren beiden Gegenpolen, die das Mystische dieser Musik begründen. Eines nur will ihnen auch auf Skit I Allt nicht gelingen: so viele große Songs aneinander zu reihen, dass sich ein zweites Dungen-Album auf Augenhöhe mit Ta Det Lugnt befände.

Und wer, wenn nicht sie, sollten wissen, wie das geht?

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 11.0/12

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