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0 Autor: Oliver Uschmann

Rantanplan - Unleashed

Unleashed

„Unleashed“ heißt entfesselt. Das sind die Skapunks von Rantanplan auf ihrem siebten Album so sehr, dass ganze 19 Songs die Platte füllen. Ein paar Deleted Scenes hätten das Gesamtbild verbessert.

Aber was soll’s? Das ist doch Punk, oder? Wahlweise mit den Silben Ska-, Fun- und Polit- davor, je nach Stück. Reggae gibt es dieses Mal auch, und zwar mit originellen Versen, denn: „Frieden kann nur finden, wer den Frieden im Manöver übt.“ Eine perlende Melancholiegitarre im exzellenten Rauswerfer Brief Coda beschließt das Album. Bis es so weit kommt, hat man sich darüber gefreut, dass Comandante mit nur zwei Zeilen clevere Skepsis transportiert und Mensch ärgere dich nicht das großartige Sarah Saturday der Bouncing Souls mit gleichem Schwung zitiert.

Man hat sich allerdings auch geärgert. Darüber, dass ein Klamauk wie Wahre Skinheads fahren Fahrrad mit seiner Referenz zu An der Nordseeküste und dieser Kombination aus Text und Musik einfach zu klamaukig ist. Und zu bemüht. Warum muss man Skinheads eigentlich immer noch überreden, bitteschön etwas humorvoller und softer zu sein? Zumindest die, die es bis heute nicht begriffen haben?

Auch die Politnummern wie Grablied der Republik oder Gewalt & Geld haben etwas Angestrengtes und Hölzernes an sich. So schwingt das Pendel von Unleashed heftig zwischen zu sehr Fun und zu sehr Agitation, wo Rantanplan doch in der Mitte am besten sind, wo die Melodien mitreißen, die Wortspiele sitzen und der Humor die Wangen streift, statt auf die Schenkel zu klopfen. Tu es zum Beispiel ist in seiner witzig weisen Präzision ein richtig guter Freund auf dem täglichen steinigen Weg.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 7.0/12

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