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0 Autor: Hauke Hackstein

Someone Still Loves You Boris Yeltsin - Let It Sway

Let It Sway

Endlich wird sich dieser Band gebührend angenommen: Das dritte Album produzierte Death Cab For Cuties Chris Walla zur nächsten Indieheizdecke für einsame Herzen.

Oder für frisch Verliebte. Oder für alle dazwischen. Denn vor allem eins passiert, je älter Someone Still Loves You Boris Yeltsin werden: sie werden massentauglicher. Das muss ja prinzipiell nichts Schlechtes sein, wenn die Songs weiterhin auf hohem Niveau stattfinden, und das tun sie hier tatsächlich. Trotzdem vermisst man diese gewisse Schluffigkeit, diese stolpernden Songs voller Gefühl und verunsichertem Charme, die auf dem Debüt Broom so unmittelbar ins Herz trafen.

Das haben sie selbst schon auf Pershing abgeschüttelt, und das hat nun der „professionelle Produzent“ im schicken Studio gänzlich aus ihnen herausgezogen. Obwohl der auch so professionell ist, um mit Let It Sway die wahrscheinlich schluderigste Produktion seiner Karriere abzuliefern. Die dünnsten Hi-Hats sind da drauf, und die charmantesten schiefen Gitarren seit Pavement. Und natürlich die schönsten Songs, die diese Band seit dem letzten Album geschrieben hat. Allen voran sind das diesmal Back In The Saddle oder das vorab veröffentlichte Sink/Let It Sway, die die Qualitäten von Boris Yeltsin in knapp drei Minuten auf den Punkt bringen – süße Harmonien und Gitarren, die gleichzeitig zupacken und umarmen können (siehe auch Nada Surf).

Trotzdem: das beste Yeltsin-Stück seit Broom hat es nicht aufs neue Album geschafft. Cardinal Rules rumpelt als Song gewordene Endorphinspritze, wie sie nur ein paar verrückt gewordene Slacker aus der amerikanischen Vorstadt schreiben können, lediglich auf MySpace. Warum auch immer.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 12.0/12

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