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0 Autor: Martin Iordanidis

Avenged Sevenfold - Nightmare

Nightmare

Avenged Sevenfold emanzipieren sich Album für Album von sich selbst, während AX7-Hasser jedes Mal ein Haar in der Suppe finden. Nightmare macht es ihnen nun verdammt schwer.

Man kann über Avenged Sevenfold abkotzen, warum man will. Weil jeder sofort von heftigem Ausschlag heimgesucht wird, der allergisch gegen inflationäres Gitarren-Gniedeln ist. Weil Zacky Vengeance, Johnny Christ, Synyster Gates und M. Shadows die beknacktesten Pseudonyme seit Vorwendezeiten sind. Oder weil man diesen aalglatten Posterboys aus dem Golden State mit ihrem Talent einfach nicht an die Karre pissen kann. Nightmare wäre ein guter Zeitpunkt, all das mal zu den Akten zu legen. Echt jetzt. Avenged Sevenfold beweisen nämlich, wie mühelos sie ein künstlerisches Ziel mit ihrer Bandbreite an Ausdrucksmitteln erreichen können. Nichts ist im Metal mehr ausgelutscht als der hier behandelte Themenbereich Grusel. Doch AX7 machen noch was daraus.

Jeder der elf Songs ist ein spielerisches Ereignis, erzeugt Dramatik und hält den Hörer mit bunten Knallbonbons bei der Stange. In punkto Flitzefingerei stehen sie Dream Theater traditionell in nichts nach – bedingt durch den frühen Drogentod von Drummer The Rev springt auf Nightmare nun DT-Schlagzeuger Mike Portnoy ein. Buried Alive und Fiction pulsieren wie viele Songs auf Nightmare bedächtiger und beweisen, wie sehr diese Band eigentlich im Hardrock der 1980er verwurzelt ist. Hardcore-Roots, das war einmal. Wenn es A7X wirklich darum geht, das Erbe von Guns N’ Roses anzutreten, sind sie diesem Ziel näher gekommen. Sie bleiben eine rätselhafte Stil-Chimäre, die es den Pilgervätern von unserer kleinen Heavy-Metal-Farm noch lange schwer machen werden.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 10.2/12

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