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Daughters - Daughters

Daughters

Chaos-Core zum dritten und wohl letzten Mal: Es sieht so aus, als hätten Daughters mit dieser Kakophonie ihren eigenen Abgesang geschrieben.

Denn während ihr Label noch die Veröffentlichung zweier neuer EPs in Aussicht stellt, hat sich die Besetzung der vierköpfigen Band aus Providence/Rhode Island mal eben halbiert. Bassist Samuel Walker (jetzt bei Fang Island) und Leadgitarrist Nicholas Sadler stiegen noch vor der Veröffentlichung der Platte aus, offenbar wegen persönlichen Differenzen. „Die Sache ist durch“, raunte Sadler im Interview, das wir im kommenden Heft nachreichen. Denkbar wären allerdings ebenso künstlerische Beweggründe: Daughters legt bei aller Atemlosigkeit und Virtuosität nahe, dass sich die Band mit ihrem klaustrophobischen Sound freiwillig in ein Korsett gezwängt hat, aus dem sie nicht mehr herauskommt.

Zwar zeichnen sich auf der Platte klarer denn je Songstrukturen ab, vor allem zur Mitte hin, wo sich "Our Queens und The Dead Singer" als heimliche Grind-Hits erweisen – falls es so etwas gibt. Doch gerade am Anfang wirkt das Album zu formelhaft zwischen den reizüberflutenden Stakkato-Rhythmen und Noise-Gitarren, die Sadler ein ums andere Mal durch die immergleichen horrorfilmreifen Elektro-Effekte jagt. Daughters scheinen in dieser Konstellation das Maximum an Kontur und Eindringlichkeit erreicht zu haben und empfehlen sich so zum wahrscheinlich letzten Mal als Brutalo-Ausführung von Death From Above 1979, denen sie ins Reich der Frühverstorbenen folgen. „I want to stand up and be twenty feet tall“, singt Alexis Marshall am Schluss. „I want to reach out and feel nothing at all.“ Operation gelungen, Patient tot.

Artverwandte

Converge - "You Fail Me"
Death From Above 1979 - "You’re A Woman, I’m A Machine"
The Locust - "Plague Soundscapes"

Bewertung: 8/12

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