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0 Autor: Britta Helm

Dum Dum Girls - I Will Be

I Will Be

So schöne Stimmen, so dreckiger Asphalt. Dee Dee und ihre Gang spielen Kaugummipop mit Haaren dran.

Bhang Bhang, I‘m A Burnout etwa rollt Bangles-gleiche Chöre und süße Melodien in ein Schotterbett aus angeschrammten Gitarren und schepperndem Schlagzeug, dass es ein Straßenfest ist. Oh Mein Me ist eine seilspringende Hommage an alle, die in den 60ern merkwürdiges Deutsch gesungen haben, und Lines Her Eyes eine rauchige Punknummer über persönliche Feindschaften. Der toughe Hintergrund von Dee Dee, Jules, Bambi und Frankie Rose ist unverkennbar; mit ihren Lederjacken und bösen Blicken hätten sie jeden Battle gegen Rizzo und ihre Pink Ladies gewonnen.

Umso überraschender, dass die Dum Dum Girls nicht in einer Garage nach Schulschluss entstanden sind, sondern als Soloprojekt mit wechselnden Gastmusikern begannen. Auf dem Album ist nun unter anderem Nick Zinner von den Yeah Yeah Yeahs zu hören. Dass Schlagzeugerin Frankie Rose früher bei den Vivian Girls war, klingt ebenso durch wie Dee Dees (damals noch Kristin Gundred) Vergangenheit als Sängerin und Schlagzeugerin des Garagenrocktrios Grand Ole Party. Jetzt fahren sie zusammen durch hocheingängige Zwei- bis Dreiminüter, die sich bei aller Liebe zu Zuckerwatte und Dauerlutschern nicht die Ringe unter den Augen nehmen lassen.

Im Wesen der Sache liegt, dass sich die Songs dabei immer irgendwie gleich anhören – beziehungsweise sich innerhalb der Kategorien „flottes Punkding“ und „verträumte Ballade“ ziemlich ähneln –, was aber auch heißt, dass hier eine Band ihren eigenen Sound gefunden hat und dabei bleibt. Und darf man dem Internet glauben, dann ist das live schon wieder eine ganz andere Geschichte, die irgendwo zwischen Gothic und Riotgospel spielt.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 7.5/12

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