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0 Autor: Nadine Lischick

Fran Healy - Wreckorder

Wreckorder

Fran Healy probiert für sein erstes Soloalbum ein paar neue Pfade aus, bleibt allerdings meistens auf Parallel- oder Querstraßen.

„I think I need a holiday/ Another time, another place/ To disappear without a trace“, singt Healy in Holiday. Als er diesen Song schrieb, war er gerade mit seiner Band Travis auf Tour und dachte wirklich nur an einen ganz normalen Urlaub.

Doch bald merkte er: Ein Urlaub von Travis wäre vielleicht auch gar nicht so schlecht. Gemeinsam mit Produzent Emery Dobyns nahm der Schotte in seiner Wahlheimat Berlin nach sechs Travis-Platten nun also sein erstes Soloalbum auf. Darauf experimentiert er tatsächlich ein bisschen herum: Shadow Boxing zum Beispiel überrascht mit einem elektronischen Beat, der auch Radiohead an genügsamen Tagen stehen würde, Moonshine hat einen leichten Jazz-Touch, und in Fly In The Ointment singt Healy mit kratziger Stimme und klingt tatsächlich wie Badly Drawn Boy. Sing Me To Sleep derweil ist ein Duett mit Neko Case, und in As It Comes spielt Paul McCartney (The Beatles) Bass.

Allerdings entfernt Healy sich auch nie so weit von den gängigen Travis-Pfaden, dass er sich verlaufen könnte. In Buttercups oder Holiday hört man deutlich, in welcher Band er sonst singt – auch wenn Wreckorder insgesamt melancholischer ist als die meisten Travis-Platten und mit einem ruhigeren, akustischeren und weniger energiegeladenen Sound auskommt. Dafür gibt es mehr Orchester und viele Streicher. Das alles lullt einen mit jedem Hören mehr ein, und spätestens wenn Healy in Buttercups davon singt, wie er einem Mädchen in der High School Butterblumen pflückte, sie aber lieber Rosen wollte, ist jeglicher Widerstand gegen dieses Album gebrochen.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 6.3/12

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