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0 Autor: Hauke Hackstein

Fanfarlo - Reservoir

Reservoir

„Ich versuche stets, zugängliche Texte zu schreiben, die die Leute auf Anhieb verstehen, aber es endet immer damit, dass sie undurchdringlich werden. Dann versuche ich, tiefe, ernste und komplizierte Musik dazu zu schreiben und es kommt immer leichtfüßiger Pop dabei heraus.“

London: Als Fanfarlo ihr jüngst aufgenommenes Debütalbum für eine Woche zum freien Download anbieten, rumort es in der Blogger-Szene. Das klang, als hätte man Beiruts Zach Condon durch die Popmangel gedreht und ihm eine schüchtern tanzwillige Discoband zur Seite gestellt.

Also: aufregend, toll, vertraut und doch frisch. Das war im Sommer vergangenen Jahres, nun erscheint Reservoir ganz offiziell über den Labelriesen Atlantic. Ein mutiger Schritt auf beiden Seiten: Zum einen, eine zuckersüß verschrobene Indieband zu signen, und zum anderen, das Glück der Karriere so früh in die von der Krise noch zittrigen Hände eines Majors zu legen. Denn so viel Pop in Fanfarlos Songs auch steckt: Man hat stets das Gefühl, dass das so sein muss.

Tatsächlich klingt die Stimme von Sänger Simon Balthazar immer dann am deutlichsten nach Beirut, wenn auch der Song in einen mit allerlei Flohmarktinstrumenten ausstaffierten Teil kippt und die Drums vom tanzbaren Popbeat ablassen. Das tun sie auf Albumlänge gerade oft genug, dass sich die Hornbrillenträger und Radiostationen gleichermaßen auf diese elf Songs einigen könnten sollten.

Die facettenreiche, ja bunte Produktion von Interpol- und The-National-Stiefpapa Peter Katis trägt dazu viel bei, gibt sie dem Sammelsurium von Sounds, das Fanfarlo auf Reservoir anhäufen, doch eine Richtung, die die sanften Melodien und unauffällig cleveren Arrangements in der Vordergrund rückt. Live darf es dann ja ruhig ein weniger mehr scheppern.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 6.0/12

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