Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Markus Hockenbrink

Ozzy Osbourne - Scream

Scream

Englands vermeintliche Schlager-Grand-Prix-Hoffnung macht mal wieder ein Album mit Zähnen. Fürchten muss man sich deswegen trotzdem nicht.

Ozzy schien seine Kreativkontrolle in letzter Zeit ja unwiderruflich an Wife & Manager Sharon abgegeben zu haben, die ihn nur noch ab und zu vom Sofa pellte, um maskottchenmäßig eine Powerballade einzuspielen. Weil der Mann jüngeren Generationen auch eher als Panzer-Dokumentationen guckender Pantoffelzombie geläufig ist, kommt ein Album wie Scream inzwischen als irritierendes Comeback mit Greatest-Hits-Anstrich daher, das zumindest musikalisch wieder Mumm hat. „Mehr nach Sabbath“ soll die LP klingen, und nirgendwo trifft das mehr zu als bei Let It Die, dem mehrstufigen Würger vom Dienst. Der knackigen Jungband, die sich Ozzy für diesen Anlass zugelegt hat, kann man buchstäblich anhören, wie sie sich in die Stadionsituation mit ihrem Idol hineinträumt, in dessen Stimme tatsächlich wieder etwas Hinterhof liegt. Diggin‘ Me Down paraphrasiert Suicide Solution, Life Won’t Wait geht gar bis auf Changes zurück. Die gefürchtete Ballade ist dabei so sicher wie die japanischen Bonustracks, und manche Midtempo-Nummer läuft dann trotzdem wieder auf Hartholz hinaus. Rein textlich gibt es relativ viel Zweitverwertung, wobei sich Ozzys philosophische Einlässe mit eher wenig zufrieden geben. „Time waits for no one/ Stop living in your dreams“ gehört schon zu den praktikableren Tipps, woanders sieht der Sänger mal wieder „sinners and saints“ oder fragt ganz unverblümt: „How do I know that you’re the son of God?“ Wer eine so rührende Schlussminute wie in I Love You All hinkriegt, braucht aber eigentlich keine Hölle zu fürchten.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 6.0/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.