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0 Autor: Stefan Layh

Hawthorne Heights - Skeletons

Skeletons

Das Schicksal nahm ihnen den vierten Mann und dessen wütende Stimme. In der Not fressen Hawthorne Heights Melodien. Noch mehr Melodien.

„It was the middle of the night/ When I heard you took your life”, lautet die erste Textzeile des ersten Skeleton-Songs Bring You Back. Ein paar Takte später singt JT Woodruff: „I’d do anything/ If it would bring you back/ I’d go anywhere/ If you would show me the map”. Nach dreieinhalb Minuten ist das tragische Thema angeschnitten, mit dem man auch drei Jahre nach dem Tod des Hawthorne-Heights-Gitarristen Casey Calvert rechnen musste. Jenem widmen die hinterbliebenen Kollegen einen der stärkeren Songs ihres vierten Studioalbums.

Bring You Back hat eine gewinnende Hookline, einen gefälligen Chorus und ist professionell kernig produziert. Das gilt auch für Nervous Breakdown oder Broken Man. Dass nach dem Ableben des zweiten Gitarristen jemand im Bandgefüge fehlt, schlägt sich vor allem im Stimmenspektrum von Skeletons nieder. Mit aggressiven Halbsätzen hatte Calvert den glatten Glanzlack der Hawthorne-Heights-Alben The Silence In Black And White (2004) und If You Were Lonely (2006) etwas angeraut.

Diese Kratzer fehlen heute, mit einer Ausnahme: Alleine End Of The Underground lässt ein paar zornig gesungene Worte zu. Der Rest schmeckt süßlich und überzogen harmoniesüchtig. Viel Zucker, viel Schmerz, viel Watte, viel Herz. Skeletons trägt eine Reihe melodischer Standards dick auf, die schon seit Jahren abgetragen sind. Hawthorne Heights’ Problem ist das vieler Genregefährten: Die Emocore-Katze hat sich den eigenen Schwanz längst abgebissen. Skeletons ist ein weiteres mediokres Album, das leider besser gemeint als gemacht ist.

Bewertung: 5/12

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