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0 Autor: Matthias Möde

Say Anything - Say Anything

Say Anything

Umgarnt von Max Bemis‘ steter (Selbst-)Ironie konservieren Say Anything ihren Emo-Powerpop auf der Metaebene.

In "Hate Everyone" zieht Bemis nicht nur über Schauspieler und Ex-Freundinnen her, sondern auch über ein Krankenhaus in Texas und Pillen, die er vor dem Frühstück nahm. Zurückliegende Umstände Bemis‘ psychischer Krankheit, die auf "Say Anything" immer wieder in seinen Texten auftaucht und mit der er ebenso spielt wie mit der Ironie. Am Ende der aalglatten Single samt mitsingbarem „I hate everyone!“-Refrain stellt er jedenfalls fest: „I guess that everyone includes me/ And that’s why I’m a humanist.“ Wie meint er das schon wieder? Ironisch? Egoistisch? Wir sollen es wohl nicht wissen. "Mara And Me" hält eine weitere Wendung parat. Mit Jahrmarktorgel und harten Gitarren steuert der Song auf den Refrain zu, bis er jäh von Bemis unterbrochen wird: „Wait a second; I can’t sing the same damn song over and over again.“ Das Lied bewegt sich anschließend in eine andere Richtung, bis Schlagzeug und Gitarren das Ende herbeidreschen. Bemis spielt auf dem dritten und bisher eingängigsten Say-Anything-Album selbstbewusst mit seiner streitbaren Rolle. Die stete Selbstironie ist mittlerweile aber ebenso vorhersehbar wie die aufpolierten Songs, die zwar mit guten Ideen überraschen, insgesamt aber eintönig klingen. Auf dem Cover sehen wir einen kleinen dicken Jungen, der als Superheld posiert und im Booklet seine charmanten Heldentaten begeht. Sein Soundtrack ist das reizende "Do Better". Gezupfte Streicher, ein alberner Beat und dann dieser Refrain: „You could be the greatest man in the world“, der sich am Ende wandelt und die Ironie auf die Spitze treibt: „We could be the greatest band in the world.“

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 11.0/12

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