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The Fall Of Troy - In The Unlikely Event

In The Unlikely Event
  • VÖ: 02.10.2009
  • Label: Equal Vision/Import
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 203

Obacht. Die Progcore-Hetzjagd geht weiter.

Schon doof, wenn sich ein Label wie Equal Vision rar macht, sich plötzlich nicht mehr beim deutschen Vertrieb (Cargo) meldet und man Veröffentlichungen nur noch über den Importweg bekommt. So geschehen bei The Fall Of Troy. Nachdem das unverschämt talentierte Trio 2008 die Konzept-EP "Phantom On The Horizon" veröffentlichte (nur auf Tour, danach als Download zu bekommen), geht es mit "In The Unlikely Event" abendfüllend weiter. Bassist Tim Ward wurde derweil von Frank Ene ersetzt. Die Keyboard-Akzente übernimmt diesmal nicht Sänger/Gitarrenwizard Thomas Erak, sondern Mark Gajadhar, Ex-Schlagzeuger der Blood Brothers. Für alle Studioangelegenheiten war zudem Deftones-Intimus Terry Date verantwortlich. Und mit Rody Walker von Protest The Hero darf bei "Dirty Pillow Talk" sogar noch ein Gast ins Mikro röhren. Das merkt man sofort, denn Walker klingt mehr nach Mann als Erak, dessen eigentümlich helle Stimme zur wiedererkennbaren Konstante geworden ist. Da sich The Fall Of Troy immer häufiger geradlinigen Melodien öffnen, sind gelegentliche Parallelen zu Coheed And Cambria nicht von der Hand zu weisen. Doch wo die von ihrem eigenen SciFi-Konzept zerquetscht werden, flüchtet sich das Trio ins Freispiel. Zu entdecken gibt es nach wie vor genug. Wenn Thomas Erak mit flinken Fingern über das Griffbrett tänzelt wie ein Tischtennisspieler beim Weltmeisterschaftsfinale an der Platte, dann ist das auch beim vierten, fünften Mal erstaunlich. Trotz eines rostigen Rasiermessers wie "Straight-Jacket Keelhauled", das in Momenten den Großtaten von Converge ähnelt, ist die Band allerdings berechenbarer geworden. Aber: Die Summe erstaunt immer noch.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 7.8/12

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