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0 Autor: Markus Hockenbrink

Tegan And Sara - Sainthood

Sainthood

Liebe, Sex und Zärtlichkeit für ein Publikum, das immer größer wird. Die neunmalklugen Zwillingsschwestern geben selbstgetestete Beziehungstipps. Echte Hingabe beginnt da, wo 2.000 Konzertbesucher Texte eines Albums mitsingen, das noch gar nicht erschienen ist.

So geschehen letzten Herbst beim Tegan-And-Sara-Auftritt in Berlin, der wieder einmal unter Beweis stellte, dass es zwischen dieser Band und ihren Fans immer noch knistert. Gutgelaunte Bühnenansprachen im Bruce-Springsteen-Format, zu denen der ein oder andere BH nach vorne geschleudert wird – irgendetwas müssen die beiden Pop-Prinzessinnen mit den schnittigen Frisuren richtig gemacht haben. Und das neue Album gibt natürlich den ein oder anderen Hinweis. "Sainthood" ist genau wie sein Vorgänger "The Con" ganz und gar in ohrenschmausige Melodien gewandet, die die zwei Kanadierinnen mittlerweile wohl mit links aus dem Ärmel schütteln können. Einen eigenen Stil haben sie sich dabei auch angewöhnt, und der zweigt irgendwo vom 80er-Jahre-Pop mit seinen Disco-Sprenkeln und seinem optimistischen Weltbild ab. Es ist jedenfalls kein Zufall, dass The Cure auch klingt wie The Cure und in seinen Zeilen auf die Schnelle ein Beziehungsdetail zwischen Helfersyndrom und Himmelfahrtskommando einfängt.

Die große Stärke der zwei Schwestern ist es eh, neue Worte für alte Gefühle zu finden und aus den Seiten des Tagebuchs zu befreien. Die eine Hälfte ist Sehnsucht, die andere Hälfte das Bedürfnis nach Unabhängigkeit, und im Widerstreit wird es manchmal unübersichtlich: "Go steady with me/ I know it turns you off/ When I get talking like a teen." Beziehungen sind nicht einfacher geworden seit Tegan And Sara. Aber sie klingen ein bisschen besser. 8/12 markus hockenbrink

- IND - POP

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.7/12

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