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0 Autor: Jens Mayer

Thrice - Beggars

Beggars

Wer dachte, dass Thrice das Ende der Fahnenstange erreicht hätten, wird eines Besseren belehrt.

„Wahrer Fortschritt meint, die Welt mit der Vision in unseren Köpfen abzustimmen“, singt Dustin Kensrue. Da die Band nach diesem Credo arbeitet, fiel sie nach ihren letzten Platten nicht in ein kreatives Loch. Nach ihrer Elemente-Reihe wollte sie wieder lebhafter werden. Für Fans, die den alten Zeiten nachtrauern, heißt das aber nicht, dass "All That’s Left" erneut auf dem Programm stünde – und schon gar nicht "Deadbolt". Eine Rückkehr zum melodischen Hardcore ist von Thrice nicht zu erwarten. Die ersten zwei Drittel von "Talking Through Glass" sind auf "Beggars" das, was diesem Sound am nächsten kommt, aber doch nicht damit zu vergleichen. Viel spannender ist es, der Entwicklung dieser Band beizuwohnen, die sich weiter steigert, mehr und mehr findet. Nach dem unruhig-aufgeregten "Veihssu" und dem strengen "Alchemy Index" vereint "Beggars" die Stärken beider Alben. Das wirkt ungeheuer souverän, da sich Thrice der Stärke ihrer Songs bewusst sind. Sie strahlen innere Ruhe und eine Spielfreude aus, die Spaß am Experimentieren hat, das Ergebnis aber immer in den Dienst des Songs stellt. Ein wunderbares Stück wie "Doublespeak" bleibt geradezu nackt und bekommt die Luft, die es zur Entfaltung braucht. Genau das ist es, was Thrice ausmacht. Diese Band hat eine Vision, und die Welt täte gut daran, sich davon inspirieren zu lassen.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 10.5/12

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