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0 Autor: Nadine Lischick

Ghinzu - Mirror Mirror

Mirror Mirror

Ghinzu lieben ganz offensichtlich das Chaos – musikalisch wie physisch.

Das Cover ihres neuen Album Mirror Mirror verrät das. Ein Durcheinander aus Keyboards und Synthesizern, dazwischen Gitarren, Kabelsalat und unzählige Effektgeräte. Wenn es in ihrem Studio so aussieht, dann ist es kein Wunder, dass die Belgier für den Nachfolger ihres zweiten Albums Blow ganze fünf Jahre gebraucht haben.

Tatsächlich klingt Mirror Mirror dann auch so wie das Cover aussieht: durcheinander. Hier gibt es von allem ein bisschen. Noise-Pop und Krautrock, Indierock und Britpop. Mal brechen laute Gitarren über uns herein, dann folgt eine berauschende Klaviermelodie. Das Wort „abwechslungsreich“ bekommt bei Ghinzu eine ganz neue Bedeutung. Take It Easy und The End Of The World könnten auch B-Seiten von den Strokes sein, This Light ist eine Ballade, das Titelstück Mirror Mirror klingt wie eine Mischung aus Franz Ferdinand und Muse, und Dream Maker ist absurderweise voll mit Queen-Chören. Im fiebrigen Joy, Success, Happiness singt John Stargasm plötzlich französisch, und Birds In My Head würde auch als Soundtrack für einen Hitchcock-Film funktionieren.

Bei so viel klanglicher Offenheit wirken Ghinzu allerdings manchmal, als hätten sie sich in ihrem eigenen Chaos verlaufen und ein bisschen zu lange experimentiert. Zwischendurch mal kurz aufgeräumt – und Mirror Mirror wäre noch besser weil stringenter geworden. Am besten sind Ghinzu dann, wenn sie wie auf dem Vorgänger mit Dissonanzen spielen, wenn die Songs sich steigern bis sie im Wahnsinn enden – so wie Kill The Surfers oder Cold Love. Dann klingen sie nämlich vor allem nach einem: Nach Ghinzu.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.0/12

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