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The Prodigy - Invaders Must Die

Invaders Must Die

Das Original ist zurück. Für einen erneuten Triumphzug ist es zu spät. Aber das alte Feuer, das wissen sie manchmal noch zu entzünden.

Vor etwa fünf Jahren versuchten sie schon mal ein Comeback. Sie tauften es „Always Outnumbered, Never Outgunned“. Doch da war der Ofen gerade aus. The Prodigy waren nicht mehr cool, geschweige denn das heiße Elektrorock-Ding. Die Zeiten hatten sich geändert. Fünf Jahre später haben sie sich wieder geändert. Die Band scheint rehabilitiert. Zuerst ließen uns das etwa Test Icicles, Hadouken! und Enter Shikari wissen. Neue britische Bands, die die alten Prodigy-Beats und -Breaks in ihrem Rock verarbeiteten. Dann überschwemmte die britische Abart des Crunk, dieses Ding aus Bratz-Elektro und Rap, die Szene. Und auch DJ-Duos wie Justice oder Digitalism haben nicht ausschließlich bei Daft Punk abgeguckt. Der Einfluss der ersten drei Prodigy-Alben ist kaum abzumessen. Weil das damals revolutionär war. Neu. Wild. Undefinierbar. Bedrohlich. Wenn Keith Flint sang, dass er der „Firestarter“ sei, dann stellte man besser schon mal den Feuerlöscher bereit. Ach ja, Keith. Der wollte auf besagtem Comeback-Versuch gar nicht mitmachen. Er versuchte sich lieber vollzeitig als Punkrocker. Interessiert hatte auch das niemanden sonderlich. Doch beiseite mit dem Schnee von gestern. Keith ist wiedervereint mit Maxim und Masterknöpfchendreher Liam Howlett, und alle drei haben in alter Einigkeit elf neue Songs in Vinyl gepresst. Doch was Prodigy können, können andere schon längst besser. Das Besondere, das Tracks wie das auf einem Reggae-Sample basierende „Out Of Space“, das fiebrig-manische „Voodoo People“ oder die Party-Abfahrt „Smack My Bitch Up“ auszeichnete, ist futsch. Keine Idee untergebracht, die vom Hocker reißt. Was bleibt, sind Beat-Bruchteile aus der eigenen Vergangenheit. „Warrior’s Dance“ ist versaut mit 90er-Soulgesang. In „Run With The Devil“ werden die altehrwürdigen Senser gesampelt. Dazu darf Dave Grohl trommeln. Das kann er ja gut. Und deshalb darf er das bei „Stand Up“ gleich noch mal. Das erinnert mit seinem entspannten Manfred-Mann-Sample irgendwie ans Go! Team, erreicht jedoch nie deren Brillanz. Was Bestand hat, ist leider nur der starke Anfang. Der Titeltrack ist schnörkel- und vor allem gesanglos. Danach folgt „Omen“, das zwar irgendwie Linkin Park in die Hirnrinde scheucht, aber eben Hitpotenzial hat. Da hätte man mehr erwarten dürfen. Es wirkt fast so, als hätten sich die Herren nicht schlau gemacht, was gerade so geht. Schade.

Bewertung: 5/12
Leserbewertung: 8.9/12

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Kommentare (1)

Avatar von blasterbop blasterbop 06.03.2009 | 15:19

Als Vorband von Scooter würde das funktionieren, aber ....

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