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0 Autor: Stefan Layh

Senses Fail - Life Is Not A Waiting Room

Life Is Not A Waiting Room
  • VÖ: 02.10.2008
  • Label: Vagrant/PIAS/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 188

Der Trick ist, sich selbst treu und gleichzeitig in Bewegung zu bleiben. Senses Fail haben das verstanden und machen den dritten kleinen Fortschritt in Folge.

Das passt ins Bild einer Band, die die Dinge lieber überdenkt als überstürzt und sich konsequent pro Album zwei Jahre Zeit nimmt. Nach dem fliegenden Start mit "Let It Enfold You" (2004) und dem hörbar auf Hits zugeschnitzten "Still Searching" (2006) folgt nun der entschlossene Versuch, das bestehende Bandprofil nachhaltig zu schärfen. "Life Is Not A Waiting Room" segelt nicht in Richtung Neuland, sondern bewegt sich souverän in verschiedenen Ecken des "Core"-Parketts: Senses Fail definieren gekonnt die Schnittmenge von Emo-, Melody- und Postcore. Die Schwerpunkte variieren von Song zu Song, eines gilt aber immer: Ob schnell getaktet, vor Wut zitternd oder mit dosierter Melancholie gebremst – jede der zwölf kleinen, feinen Perlen funkelt vor Melodien, die noch länger im Ohr kitzeln. Einige schroff zupackende Postcore-Riffs und das nachdrückliche Schlagzeugspiel garantieren, dass sich "Life Is Not A Waiting Room" trotzdem nie in verspielter Entrücktheit verliert. Deutlich verbessert zeigt sich James Nielsen, der hier jederzeit Herr der Tonlage ist und inzwischen zu verhindern weiß, dass seine Stimme ins Melodramatische abkippt. Wer hier genauer hinhört, entdeckt viele feine Linien, Zeichnungen und Male, die das Dritte von Senses Fail merklich aus dem Mittelmaß herausheben.

Bewertung: 8/12

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