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0 Autor: Oliver Schröder

No Age - Nouns

Nouns

Wie sieht Lärm aus? Diese Frage wird von einem Kollektiv beantwortet, das keines ist, auf einem Album, das mehr sein will.

Unter dem Namen No Age sollen Art-Shows laufen, designte T-Shirts, Videos und Zeitschriften veröffentlicht werden. Diese Ambition erklärt auch die liebevolle Gestaltung des Booklets. Auf über 70 Seiten lässt das Duo tief aber kommentarlos in seine Welt blicken. Bilder mit aufgetürmtem Bandequipment, Naturlandschaften, gestapelte Punktapes, Pavement-artige Collagen und Amateurvideos erschlagen den Betrachter mit Eindrücken. Selbst das Bandlogo ist eine visualisierte Beschreibung dessen, was sie auf der Platte tun: dem Aufeinanderlegen von Lärmschichten, die zusammengenommen irgendwie grandiose Songs ergeben. No Age behandeln ihre unzähligen Ideen wie schmutzige Wäsche, die sie unsortiert in die Waschmaschine schmeißen. Anschließend freuen sie sich, wie die Melodien während des Waschgangs ineinander verlaufen: "Miner" bäumt sich auf, tut so, als wäre es ein Epos. Will man sich kopfüber durch den rauschenden Wasserfall fallen lassen, stürzt man ins Leere. Denn der Song endet nach 1:51 Minuten. Ohne Vorwarnung, einfach so. Und das wird auch die folgenden 30 Minuten so bleiben. In dem ausgeblichenen Grau der Songs ist es nicht immer einfach, das Schöne zu erkennen. Die kurze Laufzeit ist daher nicht nur Punk, sondern auch ein Zugeständnis an die Belastbarkeit des Hörers.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.0/12

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