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0 Autor: Philipp Welsing

Scott Kelly - The Wake

The Wake

Tief einatmen – hier begegnen Sie all ihren inneren Schweinehunden auf einmal: eine Privatsitzung mit Kelly und Lagerfeuergitarre.

Da ist die Party natürlich vorbei. Und das Lagerfeuer aus; die Pfadfinder haben sich im See ertränkt. Als der Mann dann in die Dortmunder Paulskirche kommt, um dieses Album zu spielen, ist "gedrückte Stimmung" der Euphemismus des Tages. Klobige, tätowierte Finger bearbeiten den Hals einer in den Keller gestimmten Akustikgitarre. Worte kämpfen sich durch einen tätowierten Hals. Er sei gebrochen, allein, in seiner Welt ändere sich das Wetter nicht. Ein Vier-Meter-Schatten kriecht die Kirchenwand entlang. Niemand spricht. Und als er nach einer unfreiwilligen Zugabe in der Sakristei verschwindet, hat man sich im Geiste von ihm verabschiedet. Der kommt da nicht wieder raus. Alle, wirkliche alle seine inneren Kämpfe trägt Kelly auf "The Wake" nach außen. Und klingt manchmal wie ein Mark Lanegan, der keine Drogen braucht, um depressiv zu sein. Kurz vor dem Tod erstickt die Realität alles Positive. Dieser Mann stirbt jeden Tag aufs Neue.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 8.0/12

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