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0 Autor: André Bosse

Paul Weller - 22 Dreams

22 Dreams

Zum 50. Geburtstag beschenkt sich Weller mit einer Platte ohne Rücksicht auf Überfluss.

Das Problem an den Weihnachtsfeiertagen

ist nicht die Gans. Sind nicht die Spekulatius, die Nüsse und auch

nicht die ein oder anderen Schnäpse und Liköre an sich. Das Problem

an den Weihnachtsfeiertagen ist die Aneinanderreihung all dieser

Dinge im engstmöglichen zeitlichen Rahmen. Ein Dutzend opulente

Mahlzeiten, verteilt auf nur drei Feiertage: Das ist zu viel. Was

das mit Paul Weller zu tun hat? Der wurde Ende Mai 50 und feiert zu

diesem Anlass eine Art popmusikalisches Hochfest: 21 Lieder (plus

ein verstecktes) mit einem Dutzend Stilrichtungen, verteilt auf

rund 70 Minuten. Das ist zu viel. Das Problem sind nicht die Lieder

an sich. Nicht der zwingende Popsong "All I Wanna Do (Is Be With

You)" oder die sich um keine Konventionen scherende Zusammenarbeit

mit Robert Wyatt ("Song For Alice"). Selbst das zuckersüße "Lullaby

Für Kinder" ist für sich genommen eine hübsche Sache (und allemal

besser als Liam Gallaghers "Little James"). Aber Paul Weller

bezeichnet "22 Dreams" nun einmal als Album – und als solches ist

dieses Sammelsurium so sehr mit Ideen überfrachtet, dass der Ausweg

nur lauten kann: die Höhepunkte rausziehen und in Playlists

integrieren. Auch wenn dieses unromantische Vorgehen Weller so

wenig gefallen wird wie den Eltern ein verfrühtes Verlassen der

Weihnachtsfeierlichkeiten.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.0/12

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