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0 Autor: stefan layh

Donots - Coma Chameleon

Coma Chameleon

Je älter und schwächer ein Chamäleon, desto blasser seine Farben. Wie gut, dass die Donots mit "Coma Chameleon" bunter als je zuvor klingen.

Reptilienkunde für Fortgeschrittene: Wozu wechselt ein Chamäleon seine Farbe? Nicht unbedingt zur Tarnung, sondern auch, um zu kommunizieren. Was uns die Donots mit ihrem Comeback-Album "Coma Chameleon" sagen möchten? Zweierlei. Erstens: Wir sind noch da, auch wenn sich vier Jahre nach "Got The Noise" kaum jemand an uns erinnert. Zweitens: Die Zeit ist überreif für Experimente, hört nur genau hin. Tatsächlich wechselt "Coma Chameleon" von Song zu Song die Farbe, auf plakativen Pop-Punk lassen sich die Donots definitiv nicht mehr festnageln. Statt auf Hau-Ruck-Hits à la "Saccharine Smile" oder "Big Mouth" setzen die Ibbenbürener 2008 auf spielerische Raffinesse, neue Einflüsse und den guten, alten Überraschungseffekt. "Pick Up The Pieces" bleckt mit seiner abgehackten Gitarrenfigur die Zähne à la Billy Talent, die verspielt-entrückte Halbballade "The Right Kind Of Wrong" erinnert wummernd an Blackmail. "Killing Time" vermählt gierig zuschnappende Gitarren und ein beschwingtes Muse-Klimperklavier. Der Kopfnicker "Headphones" vereint gedämpfte "Ohohohohs", knackige Handclaps, eine ruhige Sprecheinlage sowie einen Bass, der sich weder aus der Ruhe noch aus dem Rhythmus bringen lässt. Das Spannende ist, dass man hier nie weiß, was als Nächstes kommt. Die Donots halten souverän die Balance zwischen "möglichst eingängig" und "möglichst nicht einfältig" – und klettern mit dem knallbunten "Coma Chameleon" auf den aufsteigenden Ast.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 7.8/12

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